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Monsanto-Übernahme : Bayer-Chef trifft Trump

Bayer-Chef Werner Baumann Bild: dpa

Konzernchef Werner Baumann hat den künftigen amerikanischen Präsidenten im New Yorker Trump Tower besucht. Dort warb er für die milliardenschwere Übernahme von Monsanto. Mit Erfolg?

          Im vergangenen September reiste Werner Baumann nach New York, um zu verkünden, dass die von ihm geführte Bayer AG den amerikanischen Wettbewerber Monsanto kaufen will. Am Mittwoch war er wieder in sehr wichtiger Mission im „Big Apple“. Zusammen mit Hugh Grant, dem Vorstandsvorsitzenden von Monsanto, stattete er dem künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump einen Besuch ab. Bei dem Treffen im New Yorker Trump Tower ging es nach Angaben eines Monsanto-Sprechers um die geplante Akquisition, darüber hinaus hätten die beiden Manager mit Trump und seinem Team aber auch allgemein über „ihre Ansichten zur Zukunft der Agroindustrie und deren Innovationsbedarf“ gesprochen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aus Sicht von Bayer und Monsanto kann das Wohlwollen des designierten Präsidenten nicht schaden, denn um ihr Fusionsvorhaben umzusetzen, brauchen sie noch die Genehmigungen der amerikanischen – wie auch der europäischen – Kartellbehörden. Die beiden Unternehmen haben bislang mit Blick auf die kartellrechtliche Prüfung stets Optimismus verbreitet und darauf hingewiesen, dass ihre Geschäfte komplementär sind.

          Trumps Haltung ist unklar

          Monsanto ist der weltgrößte Hersteller von Saatgut, während Bayer seine Stärke vor allem im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln wie Unkraut- und Insektenvernichtern hat. Es gibt einige kleinere Überschneidungen, zum Beispiel bei Saatgut für Baumwolle oder Raps, und Bayer hat Bereitschaft signalisiert, sich im Werben um die Gunst der Kartellbehörden von solchen Aktivitäten zu trennen.

          Die amerikanischen Kartellbehörden haben in den vergangenen Jahren einige größere Fusionsvorhaben vereitelt. Welche Politik Trump mit Blick auf Übernahmen verfolgen wird, ist bislang schwer zu erkennen. Er hat sich zwar sehr kritisch zu dem geplanten Zusammenschluss des Medienkonzerns Time Warner mit dem Telekommunikationsunternehmen AT&T geäußert. Aber das könnte branchenspezifisch sein und schlicht damit zu tun haben, dass er zu Medien allgemein ein gestörtes Verhältnis hat. Bayer und Monsanto hoffen darauf, die Übernahme bis Ende dieses Jahres vollziehen zu können. Die Deutschen wollen 66 Milliarden Dollar für den amerikanischen Wettbewerber zahlen.

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