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Wegen Datenschutzverstößen : Monsanto muss Strafe von 400.000 Euro in Frankreich zahlen

  • Aktualisiert am

Behälter mit Roundup, ein glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto Bild: dpa

Die französische Datenschutzbehörde hat ein Bußgeld gegen die Bayer-Tochter Monsanto verhängt: Das Unternehmen hat intern Listen mit Namen von Personen des öffentlichen Lebens, Journalisten und Aktivisten geführt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

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          Der US-Saatgutkonzern Monsanto soll wegen Datenschutzverstößen in Frankreich 400.000 Euro Strafe zahlen. Das Unternehmen habe Menschen nicht darüber informiert, dass ihre Daten auf internen Lobbyinglisten standen, teilte die Datenschutzbehörde Cnil am Mittwoch in Paris mit. Die Informationspflicht sei jedoch ein zentraler Teil der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und mit ihr das Recht auf Widerspruch.

          Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer , der den US-Saatgutkonzern Monsanto 2018 übernommen hatte, verwies darauf, dass man anders als die Datenschützer nicht Monsanto als Datenkontrolleur mit einigen entsprechenden Verpflichtungen sehe. Die Erfassung der persönlichen Daten für die Listen hatten der Cnil zufolge PR-Firmen für Monsanto übernommen. Bayer kommentierte zudem, die Behörde habe keine illegalen Lobbyingpraktiken festgestellt. Eine zuvor vom Unternehmen in Auftrag gegebene Untersuchung habe ebenso kein illegales Verhalten gezeigt.

          Listen mit Glyphosat-Kritikern

          In dem Fall geht es um Listen aus den Jahren 2016 und 2017, als Monsanto die Werbetrommel für eine weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in der Europäischen Union rührte. Laut der von Bayer in Auftrag gegebenen Untersuchung standen auf den Listen 1475 Menschen, davon 466 aus Frankreich und 202 aus Deutschland. Unter ihnen waren demnach Unterstützer, aber auch Kritiker von Glyphosat, etwa aus der Politik und dem Journalismus. Bayer hatte sich nach Bekanntwerden der Listen 2019 entschuldigt.

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