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Molkereikonzern : Ein neuer Manager für Müller-Milch

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Der Molkereikonzern ist bekannt durch Marken wie Müller-Milch und Weihenstephan Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Theo Müller hat die Dorfmolkerei seines Vaters in vier Jahrzehnten zu einem der größten Molkereikonzerne Europas geformt. Aber der Familienpatriarch gilt als schwierig - sein Verschleiß an Managern ist in der Branche berüchtigt. Nun hat er wieder einen jungen Manager gefunden, der seine Geschäftsleitung ergänzt.

          Einen solcher Verschleiß an Managern, wie ihn Milch-König Theo Müller („Alles Müller oder was?“) hatte, findet man selten. Gerade einmal zwei Monate war der frühere Metro-Mann Thomas Hübner Vorsitzender der Geschäftsleitung des Molkereikonzerns in Aretsried bei Augsburg. Ende Juni haben sich die Wege des Schweizer Managers und des Self-made-Milliardärs schon wieder getrennt. Unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung nannte das Unternehmen als Grund.

          Nicht viel besser war es Hübners Vorgängern Christoph Weiß und Axel Dietz ergangen. Weiß zog sich nach anderthalb Jahren Ende März in den Beirat zurück. Dietz wechselte nach kurzem Zwischenspiel bei Müller zum Modelleisenbahn-Bauer Märklin. Jetzt werde sich keiner mehr in die Höhle des Milch-Löwen wagen, wurde schon in der Branche spekuliert. Zumal Müller-Mitarbeiter klagten, der Chef lasse sich lieber Unterlagen per Fax nach Hause schicken, als jemand anderem eine auch nur halbwegs wichtige Entscheidung zu überlassen.

          Der Chefposten bleibt zunächst vakant

          Doch weit gefehlt: Müller hat trotz allem einen jungen Manager gefunden, der seine Geschäftsleitung ergänzt: Hans-Peter Gai vom britisch-niederländischen Nahrungsmittelkonzern Unilever kümmert sich künftig um Müller-Milch statt um Magnum-Eis wie bisher. Sein Arbeitsvertrag schließt zeitlich nahtlos an den von Hübner an.

          Hans-Peter Gai kommt vom Nahrungsmittelkonzern Unilever

          Gleichwohl drückt schon sein Titel im Müller-Konzern aus, dass er weniger Einfluss im Unternehmen haben wird als Hübner; statt Vorsitzender der Geschäftsleitung wird er nur deren Mitglied. Der Posten des Vorsitzenden hingegen, so ein Unternehmenssprecher, soll auf zunächst unbegrenzte Zeit vakant bleiben.

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