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Möglicher Einsatz bei Todesstrafe : Fresenius unterbrach Lieferung von Narkosemittel

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Die Todeszelle des Missouri Correctional Center in Bonne Terre. Dass Propofol aus Deutschland hierhin geraten könnte, wollte Fresenius unter allen Umständen vermeiden. Bild: AP

Der Export von Medikamenten zum Einsatz bei Hinrichtungen ist verboten. Trotzdem ist wohl ein Fresenius-Narkosemittel bei amerikanischen Strafvollzugsbehörden gelandet - im Bundesstaat Missouri, wo es die Todesstrafe gibt.

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          Die Fresenius-Tochtergesellschaft Kabi hat in den Vereinigten Staaten Lieferungen eines auch für Hinrichtungen einsetzbaren Narkosemedikaments zeitweise gestoppt. Wie erst jetzt bekannt wurde, setzte das Unternehmen die Lieferungen des Präparats Propofol im vergangenen Winter für insgesamt vier Monate aus.

          Vorausgegangen war ein Zwischenfall bei einem Zwischenhändler in Louisiana. Dieser hatte einen Karton mit 20 Kanülen des Narkosemittels fälschlicherweise an die Strafvollzugsbehörden des Bundesstaates Missouri ausgeliefert. Daraufhin stoppte die Tochtergesellschaft des Bad Homburger Gesundheitskonzerns vorübergehend den Versand an diesen Händler. In Missouri wird nach wie vor die Todesstrafe vollzogen. Erst Mitte März wurden die Lieferungen wieder aufgenommen. Eine Menschenrechtsgruppe in Missouri hatte zuvor auf ihrer Webseite über den Vorfall berichtet.

          Die Tochtergesellschaft des Bad Homburger Gesundheitskonzerns unterband von November 2012 bis Mitte März dieses Jahres den Versand von Propofol an den Händler Morris & Dickson in Louisiana. „Wir waren der Ansicht, dass es wichtig ist sicherzustellen, dass es auf Mitarbeiter im Gesundheitswesen beschränkt blieb“, begründete ein Sprecher von Kabi in den Vereinigten Staaten den ungewöhnlichen Schritt.

          Michael Jackson starb an einer Überdosis Propofol

          Propofol war 2009 beim Tod von Michael Jackson in die Schlagzeilen geraten - der Popstar starb an einer Überdosis von Beruhigungsmitteln und Propofol. Das Mittel wird überwiegend in Europa produziert. In den Vereinigten Staaten wird es derzeit mehr als 50 Millionen Mal im Jahr insbesondere bei Operationen eingesetzt. Nach Einschätzung des Death Penalty Information Center könnte Propofol erstmals am 23. Oktober im amerikanischen Bundesstaat Missouri bei einer Hinrichtung verwendet werden.

          Die Todesstrafe ist in der Europäischen Union verboten und deren Abschaffung auch in anderen Ländern ist ein zentrales Ziel der Menschenrechtspolitik der 28 EU-Länder. Der Export von Medikamenten aus der EU zum Einsatz bei Hinrichtungen ist untersagt. Inzwischen hat der Zwischenhändler nach Angaben des Kabi-Sprechers seine Geschäftsprozesse überprüft und sichergestellt, dass Propofol nicht mehr an Gefängnisse geliefert wird.

          Kabi vertreibt Propofol in den Vereinigten Staaten über 14 Zwischenhändler. Diese haben mit der Fresenius-Tochtergesellschaft dem Sprecher zufolge vereinbart, das Narkosemittel nicht an Gefängnisse zu liefern.

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