https://www.faz.net/-gqe-a36ew

Amerikanischer Flugzeugbauer : Mögliche „Dreamliner“-Mängel verschärfen Probleme bei Boeing

  • Aktualisiert am

Der nächste Problemflieger aus dem Hause Boeing? Eine Boeing 787 „Dreamliner“ während einer Flugshow in England Bild: AFP

Auf das Debakel mit dem 737 Max und Problemen durch die Corona-Pandemie folgt bei Boeing der nächste Nackenschlag: Wegen möglicher Mängel am Langstreckenjet „Dreamliner“ muss der Flugzeugbauer nun Lieferprobleme einräumen.

          1 Min.

          Probleme mit dem Langstreckenjet 787 „Dreamliner“ setzen den kriselnden amerikanischen Flugzeugriesen Boeing weiter unter Druck. Der Airbus-Rivale gestand am Dienstag ein, dass Inspektionen aufgrund möglicher Produktionsmängel an dem Modell für Verzögerungen bei den Auslieferungen sorgen. Boeing wolle die Flugzeuge zunächst gründlich untersuchen, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie reagierte mit Kursverlusten.

          Das „Wall Street Journal“ hatte am Vortag unter Berufung auf Regierungsunterlagen und eingeweihte Kreise über Untersuchungen der amerikanischen Luftfahrtaufsicht FAA aufgrund womöglicher jahrelanger Produktionspannen und Kontrolldefizite berichtet. Die Behörde bestätigte auf Nachfrage Ermittlungen wegen Fertigungsmängeln bei bestimmten „Dreamliner“-Jets. Es sei jedoch zu früh, um über mögliche Konsequenzen hinsichtlich der Flugtauglichkeit zu spekulieren.

          Boeing steckt wegen des nach zwei Abstürzen weltweit mit Startverboten belegten Flugzeugmodells 737 Max ohnehin schon tief in der Krise. Auch Berichte über Mängel bei der 787-Produktion gibt es schon länger. Die „New York Times“ schrieb bereits 2019, dass Boeing Hinweise auf Sicherheitsrisiken erhalten, diese jedoch teilweise ignoriert habe. Die Zeitung berief sich dabei auf Hunderte Seiten an internen E-Mails, Dokumente des Unternehmens und Unterlagen von Behörden sowie Interviews mit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern.

          Für Boeing sind die „Dreamliner“-Probleme bitter, da der Hersteller nach dem 737-Max-Debakel Vertrauen zurückgewinnen will und die 787 eine wichtige Ertragsstütze ist. Hinzu kommt, dass Boeing auch wegen der Corona-Pandemie, die den internationalen Luftverkehr zeitweise fast zum Erliegen und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, schon länger unter vielen Auftragsstornierungen ächzt. Auch im August wurden abermals mehr Bestellungen zurückgezogen als neue hinzukamen, wie Boeings monatliche Statistik am Dienstag zeigte.

          Weitere Themen

          Wappnen für die Wahl

          Google & Co. : Wappnen für die Wahl

          Die sozialen Medien spielen im Vorfeld der amerikanischen Präsidentschaftswahl eine Schlüsselrolle. Was ist dort erlaubt – und was verboten?

          Topmeldungen

          Der Youtube-Mutterkonzern Google hat die „Autocomplete“-Funktion seiner Suchmaschine angepasst, die Vorschläge macht, um Suchanfragen zu vervollständigen.

          Google & Co. : Wappnen für die Wahl

          Die sozialen Medien spielen im Vorfeld der amerikanischen Präsidentschaftswahl eine Schlüsselrolle. Was ist dort erlaubt – und was verboten?
          Wenn Software in die Tasten greift, klingt das Resultat schon mal wie der Aufsatz eines Teenagers, der zu viel Nietzsche gelesen hat.

          Künstliche Intelligenz : Ein algorithmischer Alleskönner

          Ein Computerprogramm lernt Texte perfekt zu vervollständigen und kann dann plötzlich noch viel mehr. Wie schafft es das? Und was passiert, wenn die KI zu gut wird?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.