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Möbelmesse Köln : Die Deutschen kaufen mehr Möbel

Das muss es aushalten: Ein Model springt in Köln auf das Bett „Canberra“ des Herstellers Birkenstock Bild: dpa

Die deutsche Möbelbranche geht mit Optimismus ins neue Jahr. Steigende Einkommen und niedrige Zinsen schlagen positiv aufs Geschäft durch. Zwei Probleme bewegen die Branche dennoch.

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          Vor der am Montag beginnenden Kölner Möbelmesse zeigen sich die deutschen Hersteller zuversichtlich. „Alles spricht für ein gutes Möbeljahr 2017“, sagte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), in Köln. Die Branche profitiere von der hohen Beschäftigungsquote, den steigenden Einkommen und den niedrigen Zinsen. Zudem beflügle die starke Bautätigkeit die Möbelnachfrage.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Darüber hinaus beobachtet Klaas einen steigenden Stellenwert des Themas Einrichtens: „In schwierigen, volatilen Zeiten braucht es Rückzugsräume, in denen man sich geborgen fühlt.“ Die deutsche Möbelindustrie sieht sich vor dem vierten Wachstumsjahr in Folge. Nachdem der Umsatz im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf den Rekordwert von rund 18 Milliarden Euro geklettert ist, wird für dieses Jahr ein Plus von mindestens 2 Prozent erwartet. Auch der Möbelhandel, der seinen Umsatz zuletzt um 2,5 Prozent auf 33,4 Milliarden Euro ausbauen konnte, rechnet mit einer weiter wachsenden Nachfrage.

          Der Brexit stört

          Allerdings decken sich die Möbelhändler in immer größerem Umfang im Ausland ein. Im vergangenen Jahr stammten von den hierzulande verkauften Möbeln nur noch 36 (Vorjahr: 38) Prozent aus deutscher Produktion. Mehr Importe kamen unter anderem aus Polen, Tschechien, Rumänien und der Türkei, während die Einfuhren aus China leicht zurückgingen. Angesichts des steigenden Importdrucks appellierte Klaas an die rund 500 heimischen Möbelproduzenten, ihre Aktivitäten im Ausland weiter zu forcieren. Ziel müsse es sein, die Exportquote von derzeit 32 Prozent in Richtung 50 Prozent zu bewegen. Die Ausfuhren nach Großbritannien werden nach VDM-Schätzungen jedoch künftig erheblich durch den Brexit behindert.

          Auf der Kölner Möbelmesse IMM präsentieren sich vom 16. bis 22. Januar 1360 Unternehmen, knapp 70 mehr als bei der Vergleichsveranstaltung vor zwei Jahren, als ebenfalls die Küchenanbieter mit von der Partie waren. Zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die Kölnmesse will die Besuchermarke von 150.000 überschreiten.

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