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Möbelhersteller : Schieder muss Insolvenz anmelden

  • Aktualisiert am

Haupttor der Möbelwerke in Schieder-Schwalenberg Bild: AP

Seit Monaten kämpft der größte europäische Möbelhersteller ums Überleben. Anfang Juni wurden zudem vier Manager wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und des Kreditbetruges verhaftet. Jetzt muss Schieder Insolvenz anmelden.

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          Der größte europäische Möbelhersteller Schieder muss Insolvenz anmelden. Die Verhandlungen mit Kreditgebern und potenziellen Investoren seien gescheitert, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Noch am Nachmittag sollte der Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht Detmold eingereicht werden. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 11.000 Mitarbeiter.

          Vier ehemalige Schieder-Manager waren Anfang Juni wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und des Kreditbetruges verhaftet worden. Sie sollen mit geschönten Bilanzen Kredite in einer Gesamthöhe von 283 Millionen Euro erschwindelt haben. Der seit Monaten ums Überleben kämpfende Möbelhersteller war durch den Bilanzskandal in noch heftigere Turbulenzen geraten.

          „Wir haben in den vergangenen Wochen alles dafür getan, mit den Kreditgebern und Gläubigern zu einer Einigung zu gelangen, um eine Insolvenz zu verhindern“, erklärte der Interims-Geschäftsführer der Schieder-Möbel-Holding, Ulrich Wlecke. Man bedauere es, diesen Schritt nun gehen zu müssen.
          Schieder hatte bereits im April vorübergehend Insolvenz anmelden müssen, bis sich die Banken auf eine Finanzspritze von rund 70 Millionen Euro einigten. Das durch die aufgedeckten Manipulationen gerissene Loch hatte Wlecke auf rund 120 Millionen Euro beziffert. Der gesamte Schuldenberg des Unternehmens erhöhte sich dadurch auf rund 350 Millionen Euro.

          Die Tochtergesellschaften der Schieder-Möbel-Holding in der Schweiz, Liechtenstein, Italien und Bosnien-Herzegowina sind den Angaben zufolge nicht betroffen. Diese seien seit vielen Jahren operativ und finanziell unabhängig.

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