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Corona-Impfungen : Moderna will auch in die Praxen

  • -Aktualisiert am

Eine Krankenschwester in Wales bereitet eine Corona-Impfung von Moderna vor. Bild: Reuters

Weil der Moderna-Impfstoff als besonders empfindlich gilt, ist er bislang nicht für die Verimpfung bei den Hausärzten vorgesehen. Der Hersteller protestiert – und wendet sich an den Gesundheitsminister.

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          Noch spielt der Corona-Impfstoff von Moderna in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Nur 6,4 Millionen Dosen sollen davon im zweiten Quartal geliefert werden. Von Astra-Zeneca erwartet das Bundesgesundheitsministerium mindestens doppelt so viele, von Biontech/Pfizer rund 40 Millionen. Doch vom dritten Quartal an soll auch von Moderna deutlich mehr kommen. Und spätestens dann gibt es nach dem Stand der Dinge ein Problem: Weil der Moderna-Impfstoff als besonders empfindlich gilt, ist er bislang nicht für die Verimpfung in den Hausarztpraxen vorgesehen. Die sollen aber nach und nach eine immer größere Rolle in der Impfkampagne spielen.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das amerikanische Biotechunternehmen ist deshalb in Gesprächen mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Unsere Daten zeigen, dass der Impfstoff bis zu vier Wochen in einem gewöhnlichen Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad gelagert werden kann. Bei Raumtemperatur hält er sich 12 Stunden“, sagte Moderna-Europachef Dan Staner im Gespräch mit der F.A.Z.

          „Nicht empfindlicher als andere“

          Eine übermäßig große Gefahr, dass der Impfstoff durch zu viele Erschütterungen unbrauchbar wird, sieht er auch nicht. „Der Moderna-Impfstoff ist nicht empfindlicher als andere auch. Natürlich sollte man ihn nicht wie einen Fußball herumwerfen. Aber dafür gibt es ja auch keinen Grund.“ Staner geht davon aus, dass das Vakzin „bis spätestens Ende Juni“ auch in den Hausarztpraxen verabreicht werden kann.

          Verzögerungen bei den Liefermengen sieht Staner nicht. Man habe im ersten Quartal exakt die vereinbarte Anzahl von Dosen geliefert. „Und wir werden das auch im zweiten Quartal tun.“ Insgesamt sollen die Produktionskapazitäten weiter steigen. „In diesem Jahr werden wir insgesamt bis zu eine Milliarde Dosen produzieren können“, sagte Staner weiter. Im kommenden Jahr hält er sogar, wenn es gut läuft, mehr als 2 Milliarden für möglich. Vor gut einem Monat war erst von 700 Millionen Dosen in diesem und 1,4 Milliarden Dosen im nächsten Jahr die Rede.

          Bislang produziert das Unternehmen mit zwei Linien: Aus der in den Vereinigten Staaten wird der amerikanische Markt beliefert, aus der in der Schweiz alle anderen Länder. Die Gespräche mit der Bundesregierung über den Aufbau eines Werks in Deutschland gibt es zwar noch, in der zweiten Aprilhälfte sollen sie fortgeführt werden. Noch klingt das alles aber recht vage. „Ob aus den Plänen in Deutschland etwas wird, kann ich noch nicht sagen“, sagte Staner. Deutschland sei zwar der zweitgrößte Markt des Unternehmens nach Nordamerika. „Aber wir schauen uns auch noch einige andere Standorte in Europa an.“ Ob Umbau oder Neubau und welche Regionen in der engeren Auswahl sind, dazu will sich Staner noch nicht äußern.

          Zuversichtlich stimmen ihn Ergebnisse neuer Studien, wonach die durch den mRNA-Impfstoff hervorgerufenen Antikörper auch bis zu sechs Monate nach der zweiten Dosis nachweisbar seien. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob das auch nach einem längeren Zeitraum noch der Fall ist. „Möglicherweise ab Oktober“ will Moderna eine neue Generation seines Impfstoffs einsetzen, die dann an die Mutationen angepasst ist. Für die Erstimpfung werden weiter zwei Dosen nötig sein, für Auffrisch-Impfungen eine.

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