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Mobilfunk : Motorola prüft Abspaltung der Handysparte

  • Aktualisiert am

Erfolgsgarant früherer Tage: Das Modell „Razr” Bild: REUTERS

Motorola hat mit dem Klapphandy „Razr“ große Erfolge gefeiert. Das Unternehmen hat es aber verpasst, rechtzeitig für ein erfolgreiches Nachfolgemodell zu sorgen. Nun schließt der angeschlagene Konzern eine Abspaltung seiner defizitären Handy-Sparte nicht mehr aus.

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          Der angeschlagene Motorola-Konzern will auf Druck von Großaktionär Carl Icahn seine strategische Ausrichtung überprüfen und schließt dabei eine Abspaltung seiner defizitären Handy-Sparte nicht aus. Vor einer endgültigen Entscheidung der Konzernführung wolle sich das Unternehmen aber nicht weiter dazu äußern, teilte der weltweit drittgrößte Handy-Hersteller am Donnerstagabend mit. Die Motorola-Aktie legte deutlich zu.

          Motorola hatte zuletzt Marktanteile an seine Konkurrenten Nokia und Samsung Electronics verloren und vorige Woche einen Verlust für das laufende Quartal angekündigt. Der Branchenvierte Sony Ericsson will Motorola in diesem Jahr überholen. Die Handy-Sparte von Motorola, die zuletzt gut die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes erwirtschaftete, machte im vergangenen Jahr einen Betriebsverlust von 1,2 Milliarden Dollar nach einem Gewinn 2006 von 2,7 Milliarden Dollar.

          Großaktionär Icahn für Trennung

          Analysten verwiesen auf die dringende Notwendigkeit, den Aktionären mehr Wert zu garantieren. Vor diesem Hintergrund sei die Firmenmitteilung aber nicht zwangsläufig positiv zu sehen. „Letztendlich schafft die Trennung von einer Unternehmenssparte nicht wirklich Wert“, erklärte Analyst Mark Sue von RBC. „Die Herausforderung ist es doch, das Handygeschäft wieder in Ordnung zu bringen.“

          Motorola-Großaktionär Icahn wertete die Nachricht dagegen als persönlichen Erfolg. Seit Monaten habe er sich für eine Trennung vom Handy-Geschäft ausgesprochen. „Ich bin erfreut, dass Motorola diesen Vorschlag nun letztendlich prüft“, teilte Icahn mit. Der Multimilliardär, der für seine aggressiven Einmischungsversuche in strategische Firmenentscheidungen bekannt ist, hält etwa 3,3 Prozent an Motorola und ist damit der drittgrößte Einzelaktionär des Konzerns.

          Zu Jahresanfang nahm der bislang bei Motorola nur für das operative Geschäft zuständige Greg Brown auf dem Chefsessel des Konzerns Platz. Sein Vorgänge Ed Zander musste angesichts der schlechten Geschäftsentwicklung seinen Hut nehmen, da er nicht rechtzeitig für ein erfolgreiches Nachfolgemodell für den Handy-Verkaufsschlager „Razr“ gesorgt hatte.

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