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MKS 180 : Milliardenauftrag für deutsches Kriegsschiff vergeben

  • Aktualisiert am

Entwürfe des Mehrzweckkampfschiffes 180 (MKS 180) von April 2017 Bild: Bundeswehr

Die niederländische Damen-Werft und die deutsche Lürssen-Werft haben den Zuschlag für eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr erhalten. Unklar ist aber, ob der Zeitplan für die Auslieferung eingehalten werden kann.

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          Der milliardenschwere Auftrag zum Bau des neuen Kriegsschiffes MKS 180 für die Bundeswehr soll nach Angaben aus Haushaltskreisen an die niederländische Damen-Werft in Kooperation mit der deutschen Lürssen-Werft gehen. Die Damen-Werft habe die Ausschreibung gewonnen, hieß es in einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses im Bundestag durch das Verteidigungsministerium, die Reuters am Montagabend vorlag. 

          Rund 70 Prozent der Fertigung sollten in Deutschland geleistet werden, sagte ein Insider aus Haushaltskreisen. Die Bundesregierung wolle die Entscheidung am Dienstag bekanntgeben. Nach früheren Angaben sollten Entwicklung und Bau der ersten vier Schiffe des Typs MKS 180 mit rund 4,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen, dazu sollte es eine Option auf zwei weitere Schiffe geben. Der Haushaltsausschuss soll im Frühjahr über das Vorhaben entscheiden.

          Das MKS 180 ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Ursprünglich sollte die Auslieferung 2023 beginnen, als Voraussetzung galt aber ein Vertragsschluss im Jahr 2017. Ob der Liefer-Zeitplan noch zu halten ist, war zunächst unklar. Das neue Schiff mit knapp 100 Soldaten Besatzung soll unter anderem in der Lage sein, von See aus Landziele zu beschießen und einen mehr als 20 Kilometer weiten Schutzschirm gegen Luftangriffe über andere Schiffe zu spannen. 

          Zukunftsprojekte für 100 Milliarden Euro

          Neben Damen, die zusammen mit der deutschen Blohm+Voss (inzwischen von Lürssen übernommen) antrat, waren zuletzt nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch German Naval Yards (GNYK) in Kiel mit Thyssen-Krupp als Unterauftragnehmer im Rennen.

          Ein weiteres großes Rüstungsprojekt der Bundeswehr ist die Beschaffung des neuen Raketenabwehrsystems Meads, wo ein Vertrag mit den Anbietern MBDA und Lockheed Martin ebenfalls um Jahre verzögert und noch immer nicht unter Dach und Fach ist. 

          Zudem arbeiten Deutschland und Frankreich an der gemeinsamen Entwicklung eines Kampfjets (maßgebliche Beteiligung von Dassault und Airbus) sowie eines Kampfpanzers (maßgebliche Beteiligung von KNDS, dem Zusammenschluss aus der deutschen Panzerschmiede KMW und dem französischen Staatskonzern Nexter). Das Volumen beider Zukunftsprojekte zusammen wird auf über 100 Milliarden Euro geschätzt. 

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