https://www.faz.net/-gqe-8zduf

Deutsche Post : Post zum Mond

Auf zu neuen Zielen: Die Deutsche Post will nun auch auf dem Mond Sendungen „austragen“. Bild: dpa

Die Deutsche Post hat sich mit einem amerikanischen Raumfahrt-Start-up zusammengetan. Bald sollen die ersten Päckchen ins All starten.

          Es gibt auf dem Globus kaum einen Ort, den die Deutsche Post nicht ansteuert. In mehr als 220 Länder und Territorien liefert der Logistikriese für seine Kunden Pakete, Päckchen und besonders eilige Expresssendungen ab. Weil man sich oben im Bonner Posttower gern hohe Ziele setzt, kommt bald auch noch der Mond dazu.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Tochtergesellschaft DHL tut sich dafür mit einem amerikanischen Start-up zusammen: Spätestens 2019 will Astrobotic mit den ersten kommerziellen Flügen zum Erdtrabanten beginnen und dabei auch einige Dinge mitnehmen, die zahlungskräftige Privatleute gern zum Mond schießen würden. Vorausgesetzt natürlich, sie passen ins Paket. Das ist in diesem Fall eher eine Kapsel, in der größten Ausführung 2,5 Zentimeter breit, 5 Zentimeter lang und gegen Mehrpreis maximal ebenfalls 5 Zentimeter hoch. Der Spaß kostet dann allerdings beinahe 26000 Dollar.

          Mit der „Moonbox“ ins All

          Wer nicht so viel Platz benötigt, kann auch mit 460 Dollar einsteigen, muss sich dann aber arg beschränken. Doch für eine Locke der Liebsten, den Fingerabdruck des Babys, das ausgefallene erste Milchzähnchen oder einen Ring reicht es allemal. Mit dem Spruch „Mach Dein Andenken unsterblich“ werben DHL und Astrobotic für ihre „Moonbox“. Verboten ist natürlich alles, was gefährlich werden könnte, vom Sprengstoff bis zu Geräten, die Daten senden und empfangen. Übrigens auch die Asche von Verstorbenen. Wer die zur letzten Reise ins All schicken will, könne sich an die Partnerorganisation „Elysium“ wenden, erfährt der interessierte Hinterbliebene auf der Internetseite.

          Unser Angebot für Erstwähler
          Unser Angebot für Erstwähler

          Lesen Sie 6 Monate die digitalen Ausgaben von F.A.Z. PLUS und F.A.Z. Woche für nur 5 Euro im Monat

          Zum Angebot

          Die Bonner liefern mit der Kapsel eine Mondkarte frei Haus, die dem Kunden zeigt, wo das Shuttle mit seiner Ladung landen wird. Und wenn alles glattgeht, gibt es anschließend Fotos und Videos von der Landesonde auf dem Mond. Wenn nicht, hat man Pech gehabt: Eine Geld-zurück-Garantie gibt es nicht. „Wir arbeiten täglich hart daran, unsere Raumfahrzeuge sicher zu machen. Aber die Raumfahrt ist immer noch voller Risiken“, stellt Astrobotic klar.

          Großer Gewinn für das eigene Image

          Ob es für DHL, gegründet 1969 im Jahr der ersten Mondlandung, geschäftlich ein „großer Sprung“ wird? Die Privatpäckchen ins All sind wohl eher Nebensache in der Kooperation mit Astrobotic. Die Ausgründung des Robotik-Instituts der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh, Pennsylvania, hat sich, unterstützt unter anderem von Airbus Defence und Nasa, zum Ziel gesetzt, den Mond für kommerzielle Transporte zu erschließen. Gedacht wird dabei insbesondere an Nutzlasten für Universitäten, Institute, Regierungen und Unternehmen.

          DHL ist als Logistikpartner im Boot: zunächst für alle Transportaufgaben in der Entwicklungs- und Bauphase, später für die Anlieferung der Fracht aus aller Welt. Für das Image des Konzerns mit seinem hohen technischen Anspruch ist es auf jeden Fall ein Gewinn. „Wir überschreiten bekannte Grenzen und tragen entscheidend zur Entwicklung der Weltraumlogistik bei“, sagte der verantwortliche DHL-Manager Arjan Sissing bei der Gründung der Partnerschaft. Im Alltag ist Sissing sonst nicht für Hightech, sondern den weltweiten Markenauftritt von DHL verantwortlich.

          Weitere Themen

          Merkel lobt Greta Thunberg

          Fridays for Future : Merkel lobt Greta Thunberg

          Aktivisten hätten der Regierung geholfen, „entschlossener an die Sache heranzugehen“. Der Wald soll beim Klimaschutz künftig eine größere Rolle spielen.

          Topmeldungen

          Immer mehr Menschen verlassen die beiden großen Kirchen in Deutschland.

          Aktuelle Statistik : Zahl der Kirchenaustritte steigt

          Die am Freitag veröffentlichte Mitgliederstatistik zeigt, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland weiter Mitglieder verlieren. Aus der katholische Kirche heißt es, dies seien „besorgniserregende“ Zahlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.