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Mit 20 Milliarden Dollar : Staat steigt bei Bank of America ein

  • Aktualisiert am

Eine amerikanische Bank im Regen Bild: REUTERS

Die amerikanische Regierung greift der Bank of America abermals unter die Arme. Die Bank hat sich mit dem Kauf der Investmentbank Merrill Lynch offenbar übernommen. Jetzt erhält das Institut eine Finanzspritze über 20 Milliarden Dollar. Zudem garantiert der Staat für faule Anlagen mit 118 Milliarden Dollar.

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          Die Bank of America hat sich mit dem Kauf der Investmentbank Merrill Lynch offenbar übernommen. Deshalb müssen die Vereinigten Staaten dem Finanzkonzern nun abermals zur Seite springen. In einer Marathonsitzung einigten sich beide Seiten am Freitagmorgen auf ein zweites Hilfspaket, das 20 Milliarden Dollar frisches Kapital plus Garantien für bis zu 118 Milliarden Dollar aus problematischen Anlagen umfasst.

          Die Mittel stammten aus der ersten Tranche des Bankenrettungspakets, erklärte ein Regierungsvertreter. Wenig später gab das Institut für das vierte Quartal einen Verlust von 2,39 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) bekannt. Die im September übernommene Investmentbank Merrill Lynch wies ein Minus von 15,3 Milliarden Dollar aus.

          Der amerikanische Senat hat unterdessen auch die zweite Hälfte des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaktes der Regierung für die Finanzbranche freigegeben. Damit kann das Finanzministerium unter dem künftigen Präsidenten Barack Obama auf die verbliebenen 350 Milliarden Dollar zurückgreifen.

          Staat erhält Vorzugsaktien

          Die Bank of America ist stark von der Finanzkrise betroffen. Bereits gestern hatte das „Wall Street Journal“ über die Pläne der amerikanischen Regierung berichtet, nochmals das Rettungspaket anzuzapfen. Der Staat hatte sich schon mit 25 Milliarden Dollar bei der Bank of America beteiligt. Für die jetzt genehmigte Finanzspritze bekommt er Vorzugsaktien. Das Institut muss darauf 8 Prozent Zinsen zahlen.

          In einem Überraschungscoup hatte die Bank of America Mitte September den Kauf der angeschlagenen drittgrößten Investmentbank Merrill Lynch für damals rund 50 Milliarden Dollar verkündet. Der Wert der Übernahme verringerte sich inzwischen durch die gesunkenen Aktienkurse um rund die Hälfte. Der Kauf wurde zum Jahresanfang abgeschlossen, laut der Zeitung hatte die Bank of America aber gedroht, ihn ohne die neuerliche Staatshilfe doch noch platzen zu lassen.

          Bei der Bank of America sollen nach bisherigen Planungen wegen der Übernahme in den nächsten drei Jahren 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Einschließlich Merrill Lynch hat die Bank of America etwa 308.000 Beschäftigte.

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