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Misshandelte Krokodile : Jane Birkin einigt sich mit Hermès

Eine Birkin-Krokodil-Leder-Tasche für mehr als 100.000 Dollar vor acht Jahren in einem Laden in New York. Bild: AFP

Die Schauspielerin Jane Birkin hat Druck auf den Modekonzern Hermès gemacht wegen misshandelter Krokodile in Zuchtfarmen. Nun ist der Streit beendet. Weil das Unternehmen sich bessern will.

          Käuferinnen und Interessentinnen der Jane-Birkin-Handtasche können aufatmen. Denn die englisch-französische Sängerin und Schauspielerin hat ihren Streit mit dem Luxuswarenhersteller Hermès über die brutale Behandlung von Krokodilen in Zuchtfarmen von Zulieferfirmen beendet.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Der Grund: Das französische Unternehmen hat Besserung gelobt. Die hohen Standards, die bisher für Zuchtfarmen im amerikanischen Louisiana galten, sollen nun auf die gesamten Vereinigten Staaten ausgeweitet werden – auch auf Texas, wo es in einer Farm nach Auskunft von Hermès zu einem „einzelnen Störungsfall“ gekommen war.

          Die Tierschutzorganisation Peta hatte Videos im Internet veröffentlicht, bei denen gezeigt wurde, wie den Tieren teilweise bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen wurde. Daraufhin gab es heftige Proteste, darunter auch Kundgebungen vor Hermès-Geschäften in mehreren Ländern. Die Zuchtfirma in Texas sei von Hermès ausdrücklich für ihr Verhalten gerügt und gewarnt worden, dass beim nächsten Verstoß die Zusammenarbeit abgebrochen werde, berichtet das Unternehmen.

          „Jane Birkin hat uns informiert, dass sie mit den von Hermès getroffenen Maßnahmen zufrieden ist“, heißt es in der Mitteilung. Hermès betont jedoch auch, dass die Tierschutzorganisation Peta teilweise manipulativ vorgegangen sei. So stamme einer der Videos auch von einer Farm in Zimbabwe aus einer Zeit, wo diese noch gar nicht mit Hermès zusammenarbeitete.

          Andere Bilder stammten entgegen der Behauptungen von Peta von einer ganz anderen Farm. So sei gegen die Züchter in Zimbabwe nichts einzuwenden, berichtet das Unternehmen. Es weist auch darauf hin, dass die Krokodil-Zucht das Überleben sichere, weil die Zuchtfarmen eine bestimmte Zahl der Tiere freisetzten.

          Das Bekanntwerden der Missstände hatte Hermès unter Druck gesetzt, weil sein Geschäft mit Handtaschen ein Pfeiler des Konzerns ist. Die Birkin-Handtasche ist eines der beliebtesten Modelle, für das es lange Wartelisten gibt. Die Kosten für eine Tasche liegen bei mindestens 6000 Euro und können bei exotischen Ledern 20.000 Euro leicht überschreiten. Die Tasche mit dem Namen der Kultfigur Birkin ist seit 35 Jahren auf dem Markt.

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