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Mindestvergütung für Azubis : Ein erheblicher Eingriff in die Tarifautonomie

  • -Aktualisiert am

Die große Koalition diktiert eine Mindestvergütung für Auszubildende. Und man wundert sich: Hatte Wirtschaftsminister Altmaier nicht gerade ein Belastungsmoratorium für Unternehmen gefordert?

          Nach dem gesetzlichen Mindestlohn diktieren SPD und Union nun auch eine Mindestvergütung für Auszubildende. Viel Diskussion ist das Thema nicht mal der FDP wert, auch vom CDU-Wirtschaftsminister kein Wort gegen den abermals erheblichen Eingriff in den Kern der Tarifautonomie. Hatte Peter Altmaier nicht gerade ein Belastungsmoratorium für Unternehmen gefordert?

          Aber warum sollte er sich verkämpfen, wenn die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände mit dem Gewerkschaftsbund das Konzept für den Zwangseingriff der Regierung eilfertig frei Haus geliefert hat – mit der Begründung, so werde Schlimmeres verhindert.

          Tatsächlich dürfen Tarifparteien niedrigere Entgelte vereinbaren, aber das könnte zumindest einer Seite schwer fallen. Auch erspart der nicht zum ersten Mal zu beobachtende Arbeitgeber-Kurs des geringsten Widerstands der Politik eine ernsthafte Auseinandersetzung über die stete Verschiebung der Gewichte zugunsten des Staates, zulasten des Marktes. Und das ausgerechnet jetzt, da der Markt die knappen Auszubildenden umwirbt wie nie zuvor und sich Unternehmen auch finanziell viel einfallen lassen, um Nachwuchs zu locken.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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