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Millionenabfindung : Weiterer Hochtief-Vorstand verlässt den Konzern

  • Aktualisiert am

Ein weiterer Topmanager verlässt Hochtief Bild: dpa

Kurz vor der Machtübernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS räumt beim Essener Baukonzern Hochtief nach dem Vorstandschef auch der Finanzchef seinen Posten. Der Manager kann mit einer Abfindung in Millionenhöhe rechnen.

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          Nach dem verlorenen Abwehrkampf gegen den spanischen Konzern ACS geht das Stühlerücken beim größten deutschen Bauunternehmen Hochtief weiter. Finanzchef und Arbeitsdirektor Burkhard Lohr lege zum 18. Oktober sein Vorstandsmandat nieder, teilte das Unternehmen am Montag mit. Nach Konzernchef Herbert Lütkestratkötter und dem für das lukrative Asien-Pazifik-Geschäft verantwortlichen Peter Noé macht damit auch Finanzvorstand Burkhard Lohr von seinem Sonderkündigungsrecht wegen des Kontrollwechsels bei Hochtief Gebrauch.

          ACS wollte sich zu der Entscheidung Lohrs nicht äußern, der 20 Jahre für Hochtief tätig war. Die Spanier halten inzwischen 42,6 Prozent an dem größten deutschen Baukonzern. Sie wollen ihren Anteil auf über 50 Prozent ausbauen.

          Ausstiegsklausel sichert Millionenabfindung

          Der scheidende Finanzchef kann nun ebenso wie Lütkestratkötter mit einer hohen Abfindung rechnen. Der Geschäftsbericht sieht bei Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechts bei einem Kontrollwechsel eine Abfindung von zweieinhalb Jahresbezügen vor. Bei den im Geschäftsbericht ausgewiesenen Gesamtbezügen von 1,29 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2010 kann Lohr eine Zahlung von rund 3,2 Millionen Euro erwarten. Lütkestratkötter erhält nach eigenen Angaben eine Abfindung von 4,08 Millionen Euro.

          Hochtief-Finanzchef Lohr kann eine Zahlung von rund 3,2 Millionen Euro erwarten
          Hochtief-Finanzchef Lohr kann eine Zahlung von rund 3,2 Millionen Euro erwarten : Bild: dpa

          Nachfolger Lütkestratkötters soll Vorstandsmitglied Frank Stieler werden, der bislang das Baugeschäft in Europa verantwortet. Der Manager macht sich wenige Wochen vor der Amtsübernahme für die Eigenständigkeit des Unternehmens stark. „Veränderungen am Portfolio gibt es nur, wenn wir in Essen sie sinnvoll finden“, sagte Stieler in einem am Montag veröffentlichten Pressebericht. „Hochtief ist eine eigene Aktiengesellschaft und wird es bleiben. Der Vorstand verantwortet auch weiterhin das Geschäft und ist dem Wohl aller Aktionäre verpflichtet“, fügte er hinzu.

          Noch bis zum Donnerstag dieser Woche kann ACS Aktien von Hochtief zukaufen, die dann bei der Abstimmung bei der Hauptversammlung berücksichtigt werden. Bei der am 12. Mai anstehenden Hauptversammlung wird mit einer Kampfabstimmung gerechnet. ACS kritisiert, bei der vorgelegten Liste für die Neuwahlen zum Hochtief-Aufsichtsrat nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein.

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