https://www.faz.net/-gqe-740xi

Milliardenverlust : General Motors streicht 2600 Stellen bei Opel

  • Aktualisiert am

Wirkt zerknirscht: GM-Chef Daniel Akerson Bild: dapd

Der Autobauer Opel rast immer tiefer in die Verlustzone - und reißt abermals ein tiefes Loch in die Bilanz von General Motors. Unter den Herstellern in Europa ist Opel kein Einzelfall.

          2 Min.

          Das schwache Europageschäft lastet weiter schwer auf dem amerikanischen Autoriesen General Motors. Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr einen operativen Verlust in Europa in Höhe von 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Dollar (bis zu 1,4 Milliarden Euro). Denn die Absatzkrise in Europa macht Opel ähnlich wie Ford, Fiat oder Peugeot schwer zu schaffen.

          Der Opel-Mutterkonzern teilte mit, in diesem Jahr 2600 Stellen in Europa zu streichen. Die meisten Jobs sollen durch das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern wegfallen, beispielsweise nach der Zahlung von Abfindungen oder dem Eintritt in die Rente. Rund 2300 Mitarbeiter hätten die Europa-Abteilung des Autobauers seit Jahresbeginn bereits verlassen.

          Opel wird noch Jahre Verlust machen

          Dass Opel bald Geld in die GM-Kassen spült, glauben selbst die Manager in Detroit nicht: Das kommende Jahr werde nur etwas besser als 2012. Frühestens zur Mitte des Jahrzehnts rechnet GM mit einer schwarzen Null vor Sonderkosten. „Vor uns liegt noch viel Arbeit, besonders in Europa“, sagte Finanzchef Dan Ammann am Mittwoch am Konzernsitz in Detroit. Es zeigten sich aber bereits erste Fortschritte dank einer disziplinierten Geschäftsführung.

          Der große Wurf steht allerdings noch aus: Die Führung der Adam Opel AG konnte sich bisher nicht mit Gewerkschaft und Betriebsrat auf eine gemeinsame Strategie aus der Krise einigen. Dabei geht es nicht nur um Wachstum, sondern auch um eine spürbare Kostensenkung. Auch Werke könnten geschlossen werden, Bochum gilt als besonders bedroht.

          Wegen der hohen Kosten und schwacher Verkäufe lief im Europageschäft um Opel allein im dritten Quartal ein operatives Minus von rund 500 Millionen Dollar auf. Seit Jahresbeginn setzte GM auf dem alten Kontinent damit über eine Milliarde Dollar in den Sand.

          Hoffnungswert China

          Auch auf dem Heimatmarkt verdiente GM zuletzt weniger, dafür warf der wichtige chinesische Markt mehr Geld ab. Unterm Strich konnte General Motors einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar einfahren nach 1,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem noch kräftigeren Abschmelzen gerechnet. Der Umsatz stieg derweil um zwei Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar. GM-Boss Dan Akerson sprach von einem „soliden Quartal“.

          Der Blick auf Europa dürfte Akerson jedoch nicht gefallen. Der Umsatz brach in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent ein, der Absatz um 13 Prozent auf 818.000 Fahrzeuge. Statt 940.000 Autos liefen in den Werken nur noch 718.000 Autos vom Band. GM will die teuren Überkapazitäten möglichst bald abbauen.

          Mit seinen Problemen steht GM nicht alleine da. Der große Rivale Ford schreibt in Europa Verluste in ähnlicher Größenordnung und hat angekündigt, drei Werke in Belgien und Großbritannien zu schließen. 5700 Jobs gehen verloren. Bei Opel stehen ähnliche Entscheidungen noch aus. Zudem soll eine Partnerschaft mit dem französischen Autobauer Peugeot-Citroën die Kosten drücken.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Sie setzt alles auf eine Karte

          Sollte die Verteidigungsministerin einmal Kanzlerin sein, wird sie für den Mut gepriesen werden, den sie mit ihrem Syrien-Vorstoß beweist. Sollte sie es nicht werden, wird der Vorschlag ein Beispiel dafür sein, dass sie sich übernommen hat. Eine Analyse.
          Von Antifeminismus über Verschwörungstheorien bis zu Hass auf Juden: Im Netz fällt extremistische Saat schnell auf fruchtbaren Boden.

          Nazis im Netz : So ködern Extremisten Jugendliche im Internet

          Jeder vierte Jugendliche ist anfällig für Populismus. Besonders im Netz werden junge Menschen schnell zu leichter Beute. Hat Horst Seehofer recht, wenn er die Gaming-Szene stärker beobachten will?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.