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Milliardenkauf : Bayer stärkt Geschäft mit Gentherapie

  • -Aktualisiert am

Mitarbeiter des amerikanischen Unternehmen Asklepios BioPharmaceutical Bild: dpa

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer übernimmt ein amerikanisches Biotechnologieunternehmen. An der Börse kommt das gut an.

          2 Min.

          Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer baut seinen Fokus auf Gentherapien aus und übernimmt dafür ein amerikanisches Biotechnologieunternehmen. Für Asklepios Biopharmaceutical, kurz Askbio, zahlt der Dax-Konzern zunächst zwei Milliarden Dollar, weitere zwei Milliarden sollen fließen, wenn der Zukauf in Übersee festgelegte „Meilensteine“ erreicht. Drei Viertel dieser Zahlungen sollen binnen fünf Jahren fließen.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Askbio wird weiterhin als eigenständiges Unternehmen operieren, soll aber den von Bayer neu entwickelten Zell- und Gentherapiebereich für Bayer stärken. Erst im vergangenen Jahr hatten die Leverkusener sich im gleichen Feld mit der Komplettübernahme des Biotechs Blue Rock Therapeutics für knapp eine Milliarde Dollar verstärkt. Askbio entwickelt Gentherapien etwa für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder für Krankheiten des zentralen Nervensystems.

          Gentherapien fokussieren sich auf derzeit unheilbare Erkrankungen, die durch einen genetischen Defekt verursacht wurden. „Wir können so maßgeblich an bahnbrechenden Innovationen arbeiten, um auf Gendefekten beruhende Krankheiten behandeln oder sogar heilen zu können – und setzen damit auch auf zukünftiges Wachstum für unser Unternehmen“, ließ sich der Bayer-Vorstandsvorsitzende in einer Mitteilung am Montag zitieren.

          Zukünftige Partnerschaften erleichtern

          An der Börse kam der Milliardenzukauf gut an: Die Papiere gewannen zeitweilig gut 1,8 Prozent und führten damit den Dax an. Der Analyst Keyur Parekh von Goldman Sachs bewertete den Zukauf positiv. Damit verbessere Bayer seine Pipeline für Produkte in frühen Entwicklungsphasen, wodurch sich die Abhängigkeit von Blockbustern wie dem Gerinnungshemmer Xarelto oder dem Augenmedikament Eylea, deren Patente in den kommenden Jahren auslaufen, verringern würde.

          Der Aktienkurs von Bayer wird allerdings seit Monaten wegen des noch nicht abschließend geklärten Rechtsstreits um den Unkrautvernichter Glyphosat belastet. Ein kürzlich verkündeter verschärfter Sparplan hatte zudem die Aktionäre verschreckt. Seit Jahresbeginn verlor hat der Aktienkurs von Bayer mehr als 40 Prozent an Wert, die Kurserholung aus dem Sommer nach dem allgemeinen Corona-Schock des Frühlings ist schon wieder passé.

          Nach dem Milliardenzukauf des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto vor zwei Jahren hat Bayer zuletzt vermehrt in Unternehmen in Wachstumsphasen investiert. Auch die Übernahme von Askbio ist eine Wette auf einen noch kleinen, aber vielversprechenden Wachstumsmarkt: Neben den Rechten an der Therapieplattform und den Patenten für die Gentherapie holt sich Bayer mit dem Kauf auch eine Auftragsfertigung ins Portfolio, was wiederum zukünftige Partnerschaften in der Gentherapie erleichtern soll.

          „Es gehört zu unserer Strategie, neue Therapieplattformen aufzubauen, einschließlich im Bereich der Zell- und Gentherapien“, sagte Stefan Oelrich, der im Bayer-Vorstand die Pharma-Sparte verantwortet. Sheila Mikhail, die Askbio vor elf Jahren mitgegründet hat und Chefin des Biotech-Unternehmens ist, verspricht sich von der Eingliederung ins Bayer-Netzwerk die Möglichkeit, mehr Patienten behandeln zu können. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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