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Milliardengewinn : Deutsche Bank bleibt hinter den Erwartungen

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Das Investmentbanking habe sich dem Trend nicht entziehen können, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Bild: dpa

Nach dem Stresstest ist vor den Quartalszahlen: Die Deutsche Bank hat vor Steuern 1,5 Milliarden Euro verdient - nicht genug für die Analysten, die mit mehr gerechnet hatten. Der Gewinn erhöhte sich zwar, aber im wichtigsten Geschäftsfeld, dem Investmentbanking, brach das Ergebnis ein.

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          Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal ihren Gewinn trotz eines Einbruchs im Handelsgeschäfts leicht gesteigert. Durch eine geringere Risikovorsorge hat sich das Vorsteuerergebnis zwar erhöht, allerdings waren die Erwartungen höher. Vor Steuern verdiente die Bank trotz der anhaltend schwierigen Kapitalmärkte 1,5 Milliarden Euro. Das teilte die Bank am Dienstag mit. Die Analysten hatten mit 1,6 Milliarden Euro gerechnet. Nach Steuern bleiben nun 1,2 Milliarden Euro übrig. Profitieren konnte die Bank von einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge: Musste sie im Vorjahresquartal noch 1 Milliarden Euro für Kreditausfälle zur Seite legen, waren es in diesem Jahr nur noch 243 Millionen Euro.

          Deutliche Einbußen musste die Bank beim Investmentbanking hinnehmen, ihrem wichtigsten Geschäftsfeld. Hier machte sich die noch anhaltende Finanzkrise an den Kapitalmärkten bemerkbar. Am deutlichsten zeigt sich das beim Handelsergebnis, das auf 110 Millionen Euro einbrach. Im Vorjahr hatte die Bank hier noch 2,6 Milliarden Euro verdient. Dennoch bleibt die Bank vorerst bei ihrem Fahrplan und hat die Prognosen für 2011 bestätigt: Vor Steuern will sie weiter 10 Milliarden EUR verdienen. Für das laufende Jahr wagt das Institut keinen Ausblick.

          Ackermann rechnet damit, dass sich die Wirtschaft weiter belebt

          Das Investmentbanking habe sich dem branchenweiten Trend nicht entziehen können, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Dienstag in Frankfurt. Mit Blick auf das wirtschaftliche Umfeld, zeigte Ackermann sich zuversichtlich. Er rechne mit einer weiteren Belebung der Weltwirtschaft. Rückschläge seien zwar nicht ausgeschlossen. Die Sorgen darüber, dass die Industriestaaten zurück in eine Rezession gleiten, klängen jedoch ab.

          Die Aktie gab im vorbörslichen Handel gut 1,5 Prozent ab. Die Erträge im klassischen Investmentbanking waren im zweiten Quartal um fast ein Viertel abgesackt. Der Gewinn vor Zinsen ging um gut fünf Prozent zurück. Sowohl der Handel mit Anleihen als auch mit Aktien war weniger gut gelaufen alsim Vorjahr. Das Handelsergebnis brach auf 110 Millionen Euro ein von 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Aktie gab vorbörslich nach.

          Die Deutsche Bank verdiente 1,2 Milliarden Euro

          Deutlich nach oben ging es dagegen im sonst eher schwächelnden Geschäft mit Privatkunden (PBC). Hier legte der Gewinn vor Steuern von 55 Millionen Euro auf 233 Millionen Euro zu. „Der Bereich PBC erreichte das beste Quartalsergebnis seit dem Höhepunkt der Finanzkrise“, sagte Ackermann. In der Vermögensverwaltung standen im zweiten Quartal trotz einer Belastung in Höhe von 89 Millionen Euro wegen der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim auch wieder ein Gewinn, nachdem der Bereich im Vorjahr noch in den roten Zahlen war.

          In einer Analystenpräsentation wies die Deutsche Bank die Ergebnisse des europaweiten Bankenstresstests bei den Staatsanleihen aus. Das Engagement in den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) belief sich auf rund 10 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als die Deutsche Bank Ende
          Mai auf ihrer Hauptversammlung veröffentlicht hatte. Die europäischen Aufseher benutzen einen weiter gefassten Begriff für staatliches Engagement. Allerdings hatte die Deutsche Bank den Großteil der Bestände tatsächlich im so genannten Handelsbuch stehen, das bei den Belastungstests untersucht worden war.

          Bei dem Test waren 91 europäische Banken untersucht worden, sieben Institute fielen bei der Veröffentlichung der Ergebnisse vergangenen Freitag durch. Die Deutsche Bank schnitt mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 9,7 Prozent als eine der besten deutschen Banken ab. Im zweiten Quartal wies das Institut eine Kernkapitalquote (Tier 1) von 11,3 Prozent aus.

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