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Milliardenauftrag : Ungarn bestellt 218 Panzer von Rheinmetall

Der neue Schützenpanzer Lynx von Rheinmetall im Geländetest Bild: Rheinmetall

Die Militärsparte von Rheinmetall profitiert davon, dass zahlreiche Nato-Länder das Zwei-Prozent-Ziel in den Verteidigungsausgaben erreichen wollen. Für einen neuen Schützenpanzer gibt es nun den ersten Großauftrag.

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          Das ungarische Verteidigungsministerium hat den Rüstungskonzern Rheinmetall mit der Lieferung von 218 Lynx Schützenpanzern beauftragt. Das Düsseldorfer Unternehmen hat damit einen ersten Nato- und EU-Mitgliedstaat als Kunden für den neu entwickelten Panzer gewonnen. Neben den Kampffahrzeugen gehören auch neun sogenannte Unterstützungsfahrzeuge, die Bergepanzer 3 Büffel, zur Lieferung, außerdem die Ausbildung und Training an Simulatoren und eine Lieferung von Ersatzteilen und Wartungsleistungen. Der Vertrag hat nach Angaben von Rheinmetall vom Donnerstag ein Volumen von mehr als 2 Milliarden Euro.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Es ist für uns ein bedeutender Erfolg, mit dem Lynx nun den Marktdurchbruch erzielt zu haben“, sagte der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger. Ungarn setze sich mit dem Auftrag technologisch an die Spitze der europäischen Heerestechnik. Der M-Dax-Konzern profitiert davon, dass einige Nato-Staaten in einem Aufrüstungszyklus daran arbeiten, ihr Zwei-Prozent-Ziel in den Verteidigungsausgaben zu erreichen.

          Langfristige Beziehungen zu Ungarn erhofft

          Perspektivisch erhofft sich Rheinmetall weitere Beziehungen zu Ungarn. „Über die zu erwartende jahrzehntelange Nutzungsdauer des Lynx werden Ersatzteile benötigt und Wartungsmaßnahmen erforderlich sein, um die Fahrzeuge betriebsbereit zu halten“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Für die Lynx-Produktion baut Rheinmetall ein Joint-Venture in Ungarn auf, damit ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung aus der Beschaffung im Land des Kunden entstehe. Die ersten 46 Schützenpanzer werden allerdings in Deutschland gefertigt und bis Anfang 2023 geliefert werden. Die restlichen 172 Fahrzeuge sollen dann in Ungarn produziert werden.

          Der Aktienkurs von Rheinmetall blieb am Donnerstag nahezu unbewegt, was auch daran liegt, dass erste Vertragsdetails schon Mitte August von der ungarischen Regierung veröffentlicht wurden. Das Militärgeschäft von Rheinmetall wuchs zuletzt um fast ein Fünftel, das Ebit stieg im ersten Halbjahr um 75 Prozent auf 122 Millionen. Trotzdem rutschte Rheinmetall wegen Schwierigkeiten in der Autozulieferersparte in die Verlustzone. Die Defense-Sparte sei der „Stabilitätsanker in der Krise“, sagte der Vorstandschef Papperger. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern in der Rüstung mit einem Umsatzplus von 6 bis 7 Prozent. Für die Autosparte strebt das Unternehmen ein operatives Jahresergebnis zwischen minus 30 Millionen Euro und der Gewinnschwelle an.

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