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Milliarden-Verlust : Der schwere Weg der Deutschen Bank

Schwierige Zahlen: Im Hochhaus der Deutsche Bank war diesen Donnerstag die Bilanzpressekonferenz. Bild: Rojas, Diana Cabrera

Der 5-Milliarden-Verlust der Deutschen Bank ist keine Überraschung, mancher Analyst hatte sogar mehr erwartet. Ob der Umbau von Deutschlands größtem Geldinstitut am Ende gut ausgeht, bleibt die große Frage.

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          Vertrauen gehört zum Kernkapital einer Bank. Es ist schwer messbar, aber wer es verliert, hat mit keinem Geschäftsmodell der Welt eine Zukunft. Die Deutsche Bank hat ein Thema mit dem Vertrauen. Mehr als jede andere deutsche Bank steht Deutschlands größtes und systemrelevantes Institut für den Vertrauensverlust, den die Finanzindustrie während der Finanzkrise erlitten hat. Die schwerste Aufgabe für Christian Sewing, der seit fast zwei Jahren die Bank als Vorstandsvorsitzender führt, ist es, Vertrauen zurückzugewinnen. Bei den Mitarbeitern, bei den Kunden, vor allem aber auch bei Investoren.

          Der Verlust nach Steuern von mehr als 5 Milliarden Euro, den die Deutsche Bank nun für das Jahr 2019 ausweist, ist keine Überraschung. So mancher Analyst hatte sogar ein bisschen mehr erwartet. Der Umbauprozess, den der aktuelle Vorstand angestoßen hat, dürfte der größte in der Geschichte der Bank sein. Ob die Sache gut ausgeht, weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand. Es bleibt ein Hoffnungswert. Die Rahmenbedingungen der Bank wie die niedrigen Zinsen, eine strengere Regulatorik und die digitale Disruption werden sich so schnell jedenfalls nicht ändern. 

          Das Geschäft der Kernbank, so versichert Sewing, stabilsiere sich aber und gewinne an Dynamik. Operativ, so bewertet es der Vorstandsvorsitzende, sei die Bank zurück in der Spur. Rund 70 Prozent der erwarteten Belastungen seien bereits verarbeitet. Damit weckt Sewing wieder einmal Hoffnungen, dass es mit dieser Bank endlich wieder aufwärts geht.

          An der Börse gaben die Deutsche Bank-Aktien mehr als 2 Prozent nach, ein Vertrauensbeweis ist das nicht. Und doch macht Hoffnung, dass sich die Bank in Sachen Boni vorausschauend bewegt hat. Dass die Vorstände auf einen Teil ihrer Vergütung verzichten, ist ein Signal, das in die richtige Richtung weist. Ein Jahr mit einem Milliardenverlust abzuschließen und die vollen Bezüge zu erhalten, wäre das Gegenteil einer vertrauensbildenden Maßnahme gewesen.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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