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In Polen : Milliardenbußgeld gegen Gazprom verhängt

  • Aktualisiert am

Nord Stream 2: Die Arbeiten sind in vollem Gange. Bild: Reuters

Der Bau der Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee stößt in Polen seit langem auf Protest. Jetzt verlangt die polnische Wettbewerbsbehörde vom russischen Energiekonzern Gazprom mehr als sechs Milliarden Euro.

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          Die polnische Wettbewerbsbehörde hat ein Milliarden-Bußgeld gegen den russischen Energiekonzern Gazprom wegen der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 verhängt. Gazprom solle eine Rekordstrafe in Höhe von 29 Milliarden Zloty (umgerechnet rund 6,45 Milliarden Euro) zahlen, teilte die polnische Behörde für Wettbewerb und Verbraucherschutz (Uokik) am Mittwoch mit. Gazprom und seine Partner hatten laut der Nachrichtenagentur Bllomberg 30 Tage Zeit, um Finanzierungsvereinbarungen zu kündigen und „den Wettbewerb wieder herzustellen“. Die Geldbuße beträgt 10 Prozent des jährlichen Umsatzes des Unternehmens, die maximal zulässige Strafe. Fünf weitere an dem Pipeline-Projekt beteiligte Firmen sollen zudem 52 Millionen Euro zahlen - darunter auch die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall.

          Nord Stream 2 soll russisches Gas von Sibirien direkt nach Deutschland liefern. Der größte Teil der Leitung ist bereits verlegt worden. Derzeit ruht der Bau der 1230 Kilometer langen Gasleitung, weil die Vereinigten Staaten mit Sanktionen gegen die beteiligten Unternehmen gedroht haben. Polen war als traditionelles Transitland für russisches Gas von Anfang an gegen die neue Pipeline.

          Für zusätzliche Diskussionen rund um die Pipeline hatte zuletzt der Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny gesorgt. Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, der Fall des vergifteten Kreml-Kritikers könne nicht getrennt vom Pipeline-Projekt betrachtet werden.

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