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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Die Schweizer Bank UBS kauft sich für 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) aus den Ermittlungen im Libor-Skandal frei. Ein Großteil der Manipulationen bei UBS gehe auf einen einzelnen Händler zurück, der von 2006 bis 2009 in Tokio für die Bank gearbeitet habe, erklärte die Schweizer Bankenaufsicht Finma. Für UBS ist es die höchste Strafzahlung der Unternehmensgeschichte.

Wegen Verstößen gegen das Geldwäscheverbot muss die britisch-asiatische Großbank HSBC 1,9 Milliarden Dollar (1,36 Milliarden Euro) Strafe zahlen. Die Amerikanischen Aufsichtsbehörden hatten der Bank vorgeworfen, mit fragwürdigen Geldtransfers aus Mexiko gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Außerdem soll die Bank regelmäßig Sanktionen gegen Iran, Sudan und Nordkorea nicht eingehalten haben.

Die britische Standard Chartered Bank muss wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen ebenfalls Tief in die Tasche greifen und 327 Millionen Dollar (234 Millionen Euro) zahlen. Bereits im August 2012 hatte die Bank eine 340 Millionen Dollar-Strafe von der New Yorker Finanzaufsicht akzeptiert.

Juni 2012

Amerikanische und britische Behörden weisen der Barclays Bank nach, jahrelang den Londoner Interbanken-Zinssatz Libor manipuliert zu haben. Das Geldinstitut muss deshalb 290 Millionen Pfund, umgerechnet 350 Millionen Euro, Strafe bezahlen. Der damalige Barclays-Chef Bob Diamon erklärt wegen des Skandals wenige Tage später seinen Rücktritt.

Dezember 2011

Die Bank of America verlangte von Latinos und Schwarzen überhöhte Zinsen. Nach jahrelangem Streit beugt sich die Bank im Dezember 2011 einem Vergleich mit dem Justizministerium in Washington und zahlt 335 Millionen Dollar (240 Millionen Euro) Strafe. In dem Verfahren ging es um das Geschäftsgebaren des Hypothekenanbieters Countrywide Financial, der von der Bank of America im Juli 2008 übernommen wurde. Countrywide soll mehr als 10.000 Kreditnehmern eine schlechte Kreditwürdigkeit attestiert und so zu höheren Zinszahlungen verpflichtet haben, weil sie nicht weiß waren.

Oktober 2011

285 Millionen Dollar (205 Millionen Euro) Strafe für die amerikanische Citigroup: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hatte die Citigroup beschuldigt, Investoren von ausfallgefährdeten Hypothekenkrediten eigene Spekulationen verschwiegen zu haben: Die Bank hatte auf einen Kursverfall der Banken gewettet, ihren Kunden das aber nicht mitgeteilt.

September 2011

Die Schweizer Bank Credit Suisse muss 150 Millionen Euro an die deutsche Justiz zahlen. Das Geldinstitut soll betuchten Deutschen systematisch bei der Steuerhinterziehung geholfen und Geld vor dem deutschen Fiskus in Lebensversicherungen auf den Bermudas versteckt haben. Die Ermittlungen wurden durch den Ankauf einer Steuer-CD im Jahr 2010 ausgelöst.

Mai 2011

Wegen Auktionsbetrugs bei US-Kommunalanleihen muss die Schweizer Bank UBS 160 Millionen Dollar (115 Millionen Euro) Strafe zahlen. Die Bank räumte ein, dass mehrere Mitarbeiter zwischen 2001 und 2006 den Bieterprozess bei der Auktion der Anleihen manipuliert hatten.

Februar 2011

Die Deutsche Bank muss in Südkorea eine Rekordstrafe von umgerechnet 640.000 Euro zahlen. Das Geldinstitut soll große Aktienpakete nicht regelgerecht an der Börse in Seoul platziert haben und so einen Kurssturz verursacht haben. Die Summe entspricht der größten Summe, die ein Marktteilnehmer für Verstöße gegen Börsenregeln bis Dato in Südkorea zahlen musste. Die Bank wird zudem für sechs Monate weitgehend vom Eigenhandel und vom Handel mit Finanzderivaten in Südkorea ausgeschlossen.

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