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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Dezember 2013

Der letzte Monat des Jahres wird teuer für die Deutsche Bank: Die EU-Kommission verdonnert mehrere Geldinstitute wegen des Libor-Skandals zu Geldbußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro, allein 725 Millionen muss die Deutsche Bank zahlen. Auch die Royal Bank of Scotland, die Société Générale sowie die beiden amerikanischen Banken Citigroup und JP Morgan werden zur Kasse gebeten. Nach Ansicht der EU-Kommission hatten Händler der Banken jahrelang Referenzzinssätze manipuliert, um Handelsgewinne einzustreichen.

Wesentlich teurer wird es für die Deutsche Bank in den Vereinigten Staaten. Das Institut einigt sich mit der amerikanischen Aufsichtsbehörde FHFA auf eine Strafe von 1,4 Milliarden Euro. Das Geld geht als Schadensersatz an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fanni Mae und Freddie Mac, die sich wegen verlustreicher Hypothekenanleihen von der Deutschen Bank betrogen sahen.

Auch die  Royal Bank of Scotland (RBS) wird in Amerika zur Kasse gebeten: Die Briten zahlen 100 Millionen Dollar (72 Millionen Euro) Strafe, weil sie jahrelang Außenhandelssanktionen gegen den Iran, Burma, Sudan und Kuba umgangen haben sollen. Trotz der Verbote soll die Bank tausende von Finanzgeschäften im Volumen von mehr als einer halben Milliarde Dollar mit den Staaten abgewickelt haben.

November 2013

Rekord: Die größte amerikanische Bank JP Morgan Chase einigt sich mit dem amerikanischen Justizministierium und anderen Behörden wegen unlauterer Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise auf einen Vergleich von 13 Milliarden Dollar. JP Morgan wurden Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten zwischen 2005 und 2007 vorgeworfen. Zudem soll JP Morgan falsche Angaben über die Qualität von Hypothekenanleihen gemacht haben, die das Geldhaus an die staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft hatte.

September 2013

JP Morgan einigt sich mit amerikanischen und britischen Behörden auf einen außergerichtlichen Vergleich über 920 Millionen Dollar (660 Millionen Euro). Die Geldstrafe für das Handelsdebakel rund um den „Londoner Wal“ fiel damit höher aus als erwartet. Die Bank hatte zuvor in ihrer Anlagesparte in London mit riskanten Derivate-Geschäften mehr als sechs Milliarden Dollar Verlust gemacht. Wegen der Größe der Positionen erhielt einer der verantwortlichen Händler den Spitznamen „Londoner Wal“. JP Morgan räumte Fehler in der internen Kontrolle ein. Zudem hatte die Bank gegenüber den Behörden falsche Angaben zu den Transaktionen gemacht.

Februar 2013

Die Royal Bank of Scotland muss an britische und amerikanische Aufsichtsbehörden 615 Millionen Dollar (441 Millionen Euro) Strafe zahlen. Mitarbeiter der Bank hatten sich zuvor an der Manipulation des Referenz-Zinssatzes Libor in London, Tokio und Singapur beteiligt. Die Bank kündigte an, sich 300 Millionen Pfund der Gesamtstrafe von den Mitarbeitern wieder zurückzuholen, indem für 2012 und die künftigen Jahre niedrigere Boni ausgeschüttet werden. In E-Mails, die veröffentlicht wurden, machten sich beteiligte Händler lustig, wie leicht es sei, mit dem Libor reich zu werden. „Es ist einfach verblüffend, wie die Libor-Feststellung einem soviel Geld einbringen kann. Es ist jetzt ein Kartell hier in London“, schrieb einer der RBS-Händler.

Dezember 2012

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