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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Im Skandal um die jahrelange Manipulation von wichtigen Zinssätzen treibt die EU-Kommission ihre Untersuchungen gegen drei Großbanken voran. Die obersten europäischen Wettbewerbshüter informierten die französische Crédit Agricole, die amerikanische Bank JP Morgan und das britische Geldhaus HSBC über die Vorwürfe, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Nach Ansicht der Kartellwächter haben die Banken den Referenzzinssatz Euribor zu ihren Gunsten manipuliert, um Handelsgewinne einzustreichen. Ihnen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes. Die Untersuchung ist Teil eines großen Zinsskandals. Bereits im Dezember 2013 hatte die EU-Kommission gegen vier Banken - darunter die Deutsche Bank - Strafen von mehr als eine Milliarde Euro verhängt.

Amerikanische Ermittler verlangen mehr als 3,5 Milliarden Dollar (gut 2,5 Milliarden Euro) von der französischen Großbank BNP Paribas, um Untersuchungen zu Geschäften des Konzerns mit sanktionierten Ländern wie dem Sudan und Iran beizulegen. Eine entsprechende Vereinbarung, die im nächsten Monat erfolgen könne, werde derzeit ausgehandelt, berichten mehrere Medien und berufen sich auf mit der Sache vertraute Personen. Der Vergleich kann demnach auch höher ausfallen. Den Angaben zufolge wollen die Vereinigten Staaten auch, dass sich BNP Paribas schuldig bekennt.

Die Credit Suisse zahlt 2,6 Milliarden Dollar wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung - vor allem: Sie bekennt sich schuldig.

März 2014

Die Finanzkrise kostet die Bank of America noch einmal richtig Geld. Die Großbank zahlt nach eigenen Angaben wegen strittiger Hypothekengeschäfte aus den Jahren 2005 bis 2007 zusammen 6,3 Milliarden Dollar an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Zusätzlich kauft sie ihnen Hypothekenpapiere im Zeitwert von 3,2 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro) wieder ab. Die Aufsichtsbehörde FHFA und die Großbank verkündeten den Vergleich am Mittwoch. Die Behörde hatte 2011 insgesamt 18 Finanzkonzerne verklagt, die Fannie Mae und Freddie Mac Hypothekenpapiere verkauft hatten. Der Vorwurf: Die Banken hätten die darin enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. In der ab 2007 hereinbrechenden Finanzkrise verloren die Papiere massiv an Wert. In der Folge musste der Staat bei den Immobilienfinanzierern rettend einspringen. Die Bank of America muss besonders tief in die Tasche greifen, weil sie auch für Geschäfte des in der Finanzkrise übernommenen Immobilienfinanzierers Countrywide sowie der Investmentbank Merrill Lynch geradesteht.

Die Schweizer Credit Suisse kann einen Rechtsstreit mit der amerikanischen Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) gegen eine Zahlung von 885 Millionen US-Dollar beilegen. Die FHFA war der Credit Suisse vor, zwischen 2005 und 2007 Hypotheken unter falschen oder unvollständigen Angaben verkauft zu haben. Die Bank teilte mit, dass damit der bedeutendste Rechtsstreit dieser Art zwischen der Credit Suisse und Anlegern beigelegt sei.

Januar 2014

Die größte amerikanische Bank JP Morgan Chase zahlt wegen ihrer Rolle als Hausbank des Finanzbetrügers Bernard Madoff zwei Milliarden Dollar. Die Ermittler hatten der Bank vorgeworfen, das Schneeballsystem Madoffs gedeckt und gegen das Geldwäschegesetz verstoßen zu haben. Madoff verbüßt wegen seines Milliardenbetrugs eine Haftstrafe von 150 Jahren.

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