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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Der Commerzbank droht einem Zeitungsbericht zufolge wegen mutmaßlicher Verstöße gegen amerikanische Sanktionen eine Geldstrafe von mindestens 500 Millionen Dollar (370 Millionen Euro). Eine Einigung mit den amerikanischen Behörden auf eine Strafzahlung sei noch in diesem Sommer möglich, berichtete die „New York Times“. Die Commerzbank hatte - wie die Deutsche Bank auch - bereits eingeräumt, dass sie wegen ihrer Geschäfte mit Ländern wie dem Iran im Visier der amerikanischen Behörden steht. Die Verhandlungen hätten gerade erst begonnen, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Wann sie abgeschlossen würden, sei unklar. Die Commerzbank wollte sich am Dienstag dazu nicht äußern. Die Vereinigten Staaten verdächtigen Deutschlands zweitgrößte Bank, über ihre amerikanische Tochter Gelder für Unternehmen im Iran und im Sudan transferiert zu haben.

Juni 2014

Die französische Bank BNP Paribas wird voraussichtlich 8 Milliarden bis 9 Milliarden Dollar Strafe in den Vereinigten Staaten zahlen. Das ist ein Teil eines Abkommens, das die Bank und amerikanische Ankläger jetzt in Grundzügen ausgehandelt haben. Das berichtet die gewöhnlich gut informierte Zeitung Wall Street Journal. Die Bank steht unter dem Verdacht, in früheren Jahren vorsätzlich 30 Milliarden Dollar verschleiert zu haben, um sie dann – unter Umgehung von Sanktionen - über Regionalbanken an Unternehmen und Regierungsstellen im Sudan zu leiten. BNP Paribas soll bei den Ermittlungen nicht sonderlich kooperativ gewesen sein, heißt es.  Die amerikanischen Behörden haben Insidern zufolge zunächst eine Strafe von 16 Milliarden Dollar für die französische BNP Paribas wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Sanktionen ins Gespräch gebracht. Die Summe sei im Verlauf der Gespräche aber offenbar nur eine Verhandlungstaktik gewesen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es habe sich um die Reaktion auf ein Angebot des Pariser Konzerns gehandelt, rund eine Milliarde Dollar zu zahlen. Das französische Finanzhaus ist die zweite ausländische Bank in diesem Jahr, die sich in Amerika schuldig bekennen muss. Im Mai hatte die Schweizer Bank Credit Suisse sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt und eine Strafe von 2,6 Milliarden Dollar gezahlt.

Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco, die Fondsgesellschaft Blackrock und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen.

Mai 2014

In den weitreichenden Ermittlungen um die Manipulation des Goldpreises haben Finanzaufseher erstmals Strafzahlungen verhängt. Die britische Financial Conduct Authority (FCA) brummte der Londoner Großbank Barclays am Freitag eine Geldbuße von 26 Millionen Pfund auf. Der frühere Barclays-Händler James Plunkett muss 96.000 Pfund Strafe bezahlen und wurde mit einem Berufsverbot belegt. „Händler, die der Versuchung unterliegen, auf Kosten ihrer Kunden einen schnellen Dollar zu machen, sollten sich im Klaren darüber sein: Dieses Verhalten kostet Sie Ihren guten Ruf und Ihre Erwerbsgrundlage“, sagte die zuständige FCA-Direktorin Tracy McDermott. Mit den Strafzahlungen erreichen die Untersuchungen im Goldmarkt eine neue Dimension: Zum ersten Mal konnte einem Bankhändler ein konkreter Manipulationsversuch nachgewiesen werden.

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