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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) hatte 2011 insgesamt 18 Finanzkonzerne verklagt, die den staatlichen Immobilienfinanzierern Hypothekenpapiere verkauft hatten. Der Vorwurf: Die Banken hätten verschleiert, wie kritisch es um die Häuserkredite bestellt war, mit denen die Wertpapiere abgesichert wurden. Die Papiere verloren in der Finanzkrise massiv an Wert. Die staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac mussten mit Milliarden an Steuergeld gerettet werden.

Zuletzt hatte die FHFA rund 17 Milliarden Dollar wieder eingetrieben. Die größten Beträge wurden bei der Bank of America, JPMorgan und Morgan Stanley fällig. Alleine die Bank of America musste Fannie Mae und Freddie Mac faule Wertpapiere für sechs Milliarden Dollar wieder abnehmen. Bei Goldman Sachs lag die Summe zuletzt mit 3,15 Milliarden Dollar deutlich niedriger.

September 2014

Der Streit mit den Vereinigten Staaten  über den Verstoß gegen Iran-Sanktionen könnte für die Commerzbank bald ein kostspieliges Ende haben. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus steht kurz davor, sich mit den amerikanischen Behörden auf einen Vergleich zu  einigen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Voraussichtlich werde die Commerzbank eine Buße von rund 650 Millionen Dollar (knapp 500 Millionen Euro) zahlen, sagte einer der Insider. Im Gegenzug werde  das Verfahren eingestellt.

Börsianer sehen den sich abzeichnenden Vergleich unter dem Strich positiv. Eine Buße von 650 Millionen Dollar sei zwar sicherlich keine gute Nachricht, sagte ein Händler. „Aber positiv ist, dass die Angelegenheit damit endlich vom Tisch ist.“  Commerzbank-Aktie gewann am Donnerstag zeitweise gut ein Prozent auf 11,94 Euro - den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Im Leitindex Dax, der 0,6 Prozent verlor,  zählten die Commerzbank-Papiere zu den wenigen Gewinnern.

Die Commerzbank ist unter anderem wegen Geschäften mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren 2002 bis 2007 ins Visier der US-Behörden geraten. Die Vereinigten Staaten werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen  unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht.

August 2014

Der Wall-Street-Riese Goldman Sachs wird mit einer Milliardenstrafe von amerikanischen Aufsehern zur Rechenschaft gezogen. Anlass sind umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise. Die Investmentbank muss faule Wertpapiere für 3,15 Milliarden Dollar (2,37 Milliarden Euro) zurückkaufen, die sie den staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac von 2005 bis 2007 angedreht hatte.

Effektiv wird die Bank durch die Einigung aber zunächst nur mit 1,2 Milliarden Dollar belastet. Die Summe ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Rückkaufbetrag und dem aktuellen Marktwert der Papiere.

Das ist nicht allzu viel gegen den Vergleich, dem die Bank of America mit dem amerikanischen Justizministerium über 16,65 bis 17 Milliarden Dollar  zugestimmt hat (rund 12,5 Milliarden Euro). Das ist der höchste jemals bezahlte Betrag in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen der Regierung in Washington und einem Unternehmen.

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