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Bankenstrafen-Ticker : Deutsche Bank vor Milliardenstrafe wegen Zinsmanipulation

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse sind erste Strafen gegen Großbanken verhängt worden. In Großbritannien, der Schweiz und den Vereinigten Staaten brummten die Aufsichtsbehörden fünf Banken Strafen in Höhe von insgesamt knapp 3,4 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) auf. Dies geht aus am Mittwoch in London, New York und Zürich veröffentlichten Mitteilungen der jeweiligen Aufsichtsbehörden hervor. Betroffen sind Citigroup, HSBC, JPMorgan, die Royal Bank of Scotland (RBS) und die UBS. Die Strafe für die fünf Institute in dem Devisen-Skandal hatte sich angedeutet, da sie zuletzt bereits Vorkehrungen dafür getroffen hatten und sich zum Beispiel mit Rückstellungen dafür gerüstet hatten. Die höchste Zahlung muss die Schweizer UBS mit insgesamt 799 Millionen Dollar leisten. Dahinter reihen sich Citigroup (668 Mio Doller), JPMorgan (662 Mio Dollar), RBS (634 Mio Dollar) und HSBC (618 Mio Dollar) ein. Mit 1,77 Milliarden Dollar verhängte die britische Aufsichtsbehörde FCA den größten Teil der Strafe. 1,475 Milliarden Dollar gehen auf das Konto der amerikanischen Aufsichtsbehörde CFTC - von der Schweizer Finma kommen 138 Millionen Dollar dazu.

Oktober 2014

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien machen offenbar Druck in ihren Ermittlungen gegen die Deutsche Bank. Wegen der Manipulation von wichtigen Referenzzinssätzen wollen die angelsächsischen Behörden das größte deutsche Geldhaus in den kommenden Monaten zu einer beträchtlichen Strafe verdonnern, berichtete das „Wall Street Journal“. Wahrscheinlich sei ein Abschluss des Verfahrens Ende 2014 oder Anfang 2015, schrieb das Blatt unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor zählt zu den größten Altenlasten der Deutschen Bank. Im Gegensatz zu vielen vorangegangenen Vergleichen mit Geldhäusern erwägen die Ermittler laut „New York Times“ dieses mal, dass sich die Deutsche Bank oder eine ihrer amerikanischen Niederlassungen im Rahmen der Einigung schuldig bekennen muss, den Libor manipuliert zu haben. Endgültig entschieden sei das aber noch nicht. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Zeitungsberichten nicht äußern.

Die Schweizer Großbank UBS muss im Steuerstreit mit Frankreich womöglich eine Geldstrafe in Milliardenhöhe zahlen. Die Westschweizer Zeitung „Le Temps“ berichtete am Freitag von einem internen Gerichtsdokument, wonach UBS zu einer Buße von bis zu fünf Milliarden Euro (sechs Milliarden Franken) verurteilt werden könnte, sollte sie wegen schwerem Steuerbetrug und Geldwäsche schuldig gesprochen werden. UBS erklärte, die Grundlagen für jede Art von Berechnung in diesem Fall seien völlig konstruiert und spekulativ. „Wir können nicht verhindern, dass vertrauliche Dokumente publik gemacht und willkürlich interpretiert werden“. Es gebe eine formelle Untersuchung, ein Prozess sei aber noch nicht eröffnet worden. UBS werde sich weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln zur Wehr setzen.

September 2014

Die größte europäische Bank HSBC hat den Hypothekenpapier-Streit in Amerika beigelegt. Der Preis für eine Einigung mit der zuständigen Behörde seien 550 Millionen amerikanische Dollar, teilte der Konzern mit.

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