https://www.faz.net/-gqe-9u2jv

Neuer BHP-Vorstandschef : Der penible Mike soll es richten

Mike Henry ist neuer BHP-Vorstandschef Bild: Bloomberg

BHP, der weltgrößte Bodenschatzkonzern, bekommt einen neuen Mann an der Spitze: Mike Henry ist neuer Vorstandschef – der entspricht so gar nicht dem Bild eines rauhbeinigen Erz-Barons.

          3 Min.

          Vielleicht ist es ja wie im Theater: Geht die Generalprobe schief, klappen Premiere und alle folgenden Aufführungen. Sichtlich nervös war Mike Henry, als er Ende vergangener Woche in Perth, der Rohstoffhauptstadt der Welt, vor das Publikum trat. Der designierte Vorstandschef des größten Bodenschatzkonzerns der Welt, BHP, ratterte seine Rede herunter. Statt eines großen Wurfs, eines Blicks in die Zukunft der Branche in schwierigem Fahrwasser kündigte Henry an, sich in den folgenden sechs Wochen einen Überblick über die Lage machen zu wollen und deshalb viel zu reisen. „Es sind aufregende Zeiten, um in dieser Industrie zu arbeiten“, schloss er. Um das zu verkünden, hatte der Mann, der zum ersten Januar das Ruder des australischen Konzerns übernehmen wird, seit dem frühen Morgen im Sitzungssaal geprobt.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Dabei kann Henry es so viel besser. Und ganz sicher braucht er keine Reisen an die BHP-Standorte in Singapur und London und in die Jimblebar-Mine im Erzfördergebiet in der westaustralischen Pilbara. Denn seit Jahren ist er einer der führenden Köpfe der Branche. „Meticulous Mike“, der akkurate Mike, wie er genannt wird, weiß, wovon er redet. Und reden kann er: Noch ist er nicht glattgeschliffen wie die Herde junger CEO mit ihren Marathonläuferfiguren. Noch antwortet Henry auf Fragen, die man ihm stellt. Im Gespräch ist er aufmerksam, Platituden sind ihm fremd. Wer mit ihm spricht, muss auf Pausen vorbereitet sein: Henry denkt über Antworten noch nach. Behält er diese Eigenschaften bei, wird es für seine Medienberater nicht einfach.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Bei sechsstelligen Beträgen auf dem Girokonto kassieren Banken gerne „Parkgebühren“.

          Tipps zum Umgang mit Geld : Wie Sie die Schulden wieder loswerden

          Wer viel Geld auf dem Girokonto hat, muss Strafzinsen zahlen. Deswegen würden viele Anleger jetzt gerne alte Kredite schneller tilgen, doch die Banken blockieren. Mancher Weg aus diesem Dilemma erfordert starke Nerven.