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Urteil gegen Top-Manager : Middelhoff will in Revision gehen

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Thomas Middelhoff will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen Bild: AP

Einem Medienbericht zufolge will Thomas Middelhoff Rechtsmittel gegen seine Verurteilung einlegen. Der Fall könnte nun vor dem Bundesgerichtshof verhandelt werden.

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          Nach der Verurteilung Thomas Middelhoff vor dem Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Freiheitsstrafe will sein Anwalt Winfried Holtermüller Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. „Wir werden in Revision gehen“, sagte Holtermüller der „Bild am Sonntag“. Der Fall Middelhoff könnte nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt werden.

          Die Untersuchungshaft in der JVA Essen hätte Thomas Middelhoff nach Informationen der „Bild am Sonntag“ vermeiden können. Der Richter hob den Haftbefehl beim Haftprüfungstermin nicht auf, weil Middelhoff einen abgelaufenen Ausweis und nicht seinen neuen, gültigen Pass vorlegte. Eine Aussetzung des Haftbefehls wäre gegen Kaution, Meldeauflagen oder eine Abgabe des Passes nach Angaben des Gerichtssprechers möglich gewesen. Erst am Montag soll es einen neuen Haftprüfungstermin geben.

          Aufsichtsrat in der Kritik

          Kritik wird jetzt auch am ehemaligen Arcandor-Aufsichtsrat geübt. Der Münchner Rechtsanwalt Nickolaus Becker sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich frage mich, warum erst der Insolvenzverwalter auf die tatsächlichen Reisekosten von Herrn Middelhoff gestoßen ist. Wo war denn die interne Überwachung, das Controlling, die externen Wirtschaftsprüfer und der Aufsichtsrat? Deren Rolle und Verantwortung muss man jetzt genau überprüfen.“

          In dem Strafverfahren ging es um diverse Flüge sowie eine Festschrift für Ex-Bertelsmann-Chef Mark Wössner, die der ehemalige Vorstands-
          und Aufsichtsratsvorsitzende des insolventen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor teils über die Firma abgerechnet hatte. Mehr als 500.000 Euro Schaden habe der frühere Top-Manager dem Arcandor-Konzern zugefügt, urteilte das Gericht.

          Arcandor war 2009 mitsamt seiner Tochterfirmen wie Karstadt und Quelle in die Pleite gerutscht. Middelhoff hatte den Chefposten einige Monate zuvor aufgegeben.

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