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Amerikas Internet-Konzerne : Microsoft und Alphabet verdienen weniger Geld als gedacht

Google-Logo Bild: AFP

Die Technologiebranche liefert weiter schlechte Nachrichten. Die Unternehmen sehen sich inzwischen sogar verstärkt zum Sparen gezwungen.

          2 Min.

          Die Technologiebranche sorgt weiterhin für schlechte Nachrichten. Der Softwareanbieter Microsoft und die Alphabet-Holding um den Internetkonzern Google haben am Dienstag nach Börsenschluss etwas schlechter als erwartete Geschäftsergebnisse vorgelegt. Die Börsenreaktion hielt sich aber zunächst in Grenzen, womöglich weil noch Schlimmeres befürchtet wurde. Der Aktienkurs von Microsoft notierte im nachbörslichen Handel leicht im Minus, die Alphabet-Aktie gewann sogar mehr als 2 Prozent an Wert.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Microsoft meldete für das am 30. Juni zu Ende gegangene Schlussquartal des Geschäftsjahres 2021/2022 ein Umsatzwachstum um 12 Prozent auf 51,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 52,4 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 2 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie von 2,23 Dollar war um 6 Cent niedriger als erwartet.

          Der Softwarekonzern hatte schon Anfang Juni die Messlatte etwas tiefer gelegt und seine Prognosen wegen negativer Währungseffekte etwas nach unten korrigiert. Daneben sprach das Unternehmen jetzt in seinem Quartalsbericht noch eine Reihe anderer Belastungen an: Beispielsweise seien die Werbeumsätze, die Microsoft mit seiner Karriereplattform Linkedin und seiner Suchmaschine Bing erzielt, um 100 Millionen Dollar niedriger ausgefallen als erwartet. Produktionsunterbrechungen in China wegen Corona-Restriktionen hätten mehr als 300 Millionen Dollar Umsatz im Geschäft mit dem Betriebssystem Windows gekostet. Außerdem hätten Entlassungen Ausgaben für Abfindungen von mehr als 100 Millionen Dollar verursacht. Microsoft bestätigte kürzlich, eine „kleine Zahl“ an Stellen gestrichen zu haben, Medienberichten zufolge sind weniger als ein Prozent der rund 180.000 Mitarbeiter betroffen.

          Cloud Computing wächst kräftig bei Microsoft

          Im von Analysten besonders aufmerksam beobachteten Geschäft mit Cloud Computing gab es abermals rasantes Wachstum, das aber etwas niedriger ausfiel als erwartet. Hier ist die Plattform Azure eines von Microsofts wichtigsten Produkten, und deren Umsatz stieg um 40 Prozent. Alphabet hat seine Umsätze im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf 69,7 Milliarden Dollar ausgebaut und blieb damit leicht hinter den Erwartungen zurück. Der Nettogewinn fiel um 14 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie von 1,21 Dollar war um 7 Cent niedriger als erwartet.

          Googles Mutterkonzern hatte schon mit seinen Zahlen für das erste Quartal enttäuscht. Auch er beklagt negative Währungseffekte. Die größte Schwachstelle war dabei die von Werbeumsätzen abhängige Videoseite Youtube. Im zweiten Quartal hat sich deren Wachstum weiter abgebremst, die Umsätze stiegen diesmal nur um 5 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Wie bei Microsoft ist auch bei Alphabet das Geschäft mit Cloud Computing weiter ein Wachstumsmotor, hier stiegen die Umsätze diesmal um 36 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar.

          Auch Alphabet achtet im Moment verstärkt auf seine Kosten. Vorstandschef Sundar Pichai schrieb seinen Mitarbeitern vor wenigen Wochen, der Konzern wolle das Tempo bei den Einstellungen für den Rest des Jahres verringern. „Wir sind nicht immun gegen wirtschaftlichen Gegenwind.“ In der vergangenen Woche hatten schon der Kurznachrichtendienst Twitter und Snap, der Mutterkonzern des sozialen Netzwerks Snapchat, enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Beide Unternehmen machen ihr Geschäft in erster Linie mit Onlinewerbung. Twitter meldete einen überraschenden Umsatzrückgang und führte ihn auf das schwierige Umfeld in der Werbeindustrie sowie die Ungewissheit rund um den vereinbarten Verkauf des Unternehmens an Elon Musk zurück. Snap wies das niedrigste Umsatzwachstum seit seinem Börsengang vor fünf Jahren aus. Der Aktienkurs von Snap ist seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent gefallen.

          In den kommenden Tagen werden auch die Facebook-Mutterholding Meta, der Onlinehändler Amazon.com sowie der Elektronikkonzern Apple Quartalsergebnisse vorlegen.

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