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Michael Kors kauft Versace : Fast 2 Milliarden Dollar für eine italienische Legende

  • Aktualisiert am

Der Versace-Flagship-Store in der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand Bild: Reuters

Der Deal ist durch: Die Luxusmarke Versace gehört künftig zum amerikanischen Modeimperium von Michael Kors. Sie war eine der wenigen in Italien, die noch in Besitz der Gründerfamilie war.

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          Das legendäre italienische Modehaus Versace wird an Michael Kors verkauft. Die amerikanische Modegruppe zahle rund 1,8 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Chef-Designerin Donatella Versace soll auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Wie der exzentrische Modestil ist auch das durchaus streitbare Aussehen – ihre blonden Haare, die straffen Gesichtszüge und vollen Lippen –der 63-Jährigen eng mit der Marke verknüpft. 

          Der Finanzinvestor Blackstone, der 2014 mit 20 Prozent bei Versace eingestiegen war, werde seine Anteile vollständig abgeben. Die Versace-Familie bekomme 150 Millionen Euro des Kaufpreises in Aktien von Michael Kors. Die Transaktion soll im vierten Quartal über die Bühne gehen und steht unter dem Vorbehalt der Behördengenehmigung. 

          Der Kauf von Versace sei eine „wichtige“ Etappe für Michael Kors, erklärte der Chef des nach dem gleichnamigen Designer benannten Modeunternehmens, John Idol. „Wir glauben, dass Versace mit unseren Ressourcen wachsen und die Marke von zwei Milliarden Dollar Umsatz schaffen
          wird.“ Donatella Versace sprach von einem „motivierenden Moment“. Sie sei „stolz“, dass Versace auf diese Weise eine starke Marke bleibe. 

          Vor mehr als 20 Jahren erschossen

          Das Modehaus wurde 1978 von Gianni Versace gegründet. Seine Familie kontrollierte zuletzt noch 80 Prozent des Unternehmens: 20 Prozent entfielen auf Schwester Donatella, 30 Prozent auf Bruder Santo, die restlichen 50 Prozent auf Donatellas Tochter Allegra. „Donatella wird weiterhin die kreative Vision des Unternehmens leiten“, verkündete Michael-Kors-Chef John D. Idol. Der amerikanische Konzern teilte zudem mit, seinen Namen im Zuge der Übernahme in Capri Holdings zu ändern.

          Obwohl sich Luxus-Designermode angetrieben von einem Boom in Asien großer Beliebtheit erfreut, tat sich Versace in den vergangenen Jahren eher schwer. Der durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Konsumrückgang hatte dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Nach weltweiten Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen verbesserte sich die Lage aber zuletzt wieder. Im vergangenen Jahr kehrte das Mailänder Modehaus in die schwarzen Zahlen zurück und erzielte bei einem Umsatz von 686 Millionen Euro einen Gewinn von 15 Millionen Euro.

          Versace kämpft im Luxus-Segment mit harter Konkurrenz etwa durch den zum französischen Branchenriesen LVMH gehörenden Rivalen Louis Vuitton und andere Nobelmarken wie Gucci oder Prada. Der Markt brummt insbesondere dank starker Nachfrage aus China. Doch auch in Deutschland
          oder in Amerika steht teure Designermode durchaus hoch im Kurs – zum Beispiel in der auf Status-Symbole bedachten Rap-Szene. Mit ihren schrillen Leoparden-Mustern und dem Medusakopf als Logo trifft Versace bei weitem nicht jeden Geschmack, doch Liebhaber lassen sich die Stücke Tausende Dollar oder Euro kosten. Zu Versace-Trägern zählte neben Lady Gaga und Sting auch Prinzessin Diana.

          Vor 40 Jahren hatte Gianni Versace die erste Kollektion mit seinem Namen präsentiert und mischte fortan die norditalienische Modeindustrie kräftig auf. In den 1980er und 1990er Jahren gelang der Marke der weltweite Durchbruch, sie wurde bekannt für ihre Opulenz und knalligen Farben. Der Designer wurde vor mehr als 20 Jahren vor seiner Villa in Florida erschossen.

          Die Übernahme kam bei den Anlegern nicht gut an

          Auch Michael Kors definiert sich als Edel-Anbieter, spielt mit seinen Handtaschen und Accessoires aber in einer preislich deutlich günstigeren Liga. Zu den prominenten Fans zählen die frühere First Lady Michelle Obama und die Schauspielerinnen Nicole Kidman und Catherine Zeta-Jones. Der Konzern wurde 1981 vom gleichnamigen Modedesigner Michael Kors gegründet und ist an der New Yorker Börse notiert, hat seinen Sitz aber inzwischen in London. Das Unternehmen expandiert kräftig und gab erst 2017 rund 1,2 Milliarden Dollar für die Luxus-Schuhmarke Jimmy Choo aus. Michael Kors versucht mit Zukäufen, den großen Konglomeraten wie LVMH oder der Gucci- und Balenciaga-Mutter Kering Konkurrenz zu machen. Sie hatten laut amerikanischen Medien ebenfalls ein Auge auf Versace geworfen.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Im vergangenen Geschäftsjahr machte Michael Kors nach eigenen Angaben einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar. Obwohl Versace zu den schillerndsten Marken der Modewelt zählt, kam die Übernahme bei Anlegern zunächst überhaupt nicht gut an – schon nach den ersten Berichten sackte die Aktie kräftig ab.

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