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Vermisstes Flugzeug : Die teuerste Suche aller Zeiten

  • -Aktualisiert am

Ein australischer Offizier sucht den australischen Ozean ab. Bild: AFP

Das Schicksal der verschollenen malaysischen Boeing war mehr als zwei Wochen ungeklärt. Jetzt scheint sicher zu sein, dass die Maschine im Indischen Ozean abgestürzt ist. Suche und Bergung könnten einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Doch dabei wird es nicht bleiben.

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          Siebzehn Tage ist es her, dass Malaysia Airlines-Flug MH 370 von den Radarschirmen verschwand. Seither fahnden zahllose Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge nach der vermissten Boeing, die Nasa wertet Satellitenbilder aus, im Internet suchen Millionen Nutzer auf öffentlich zugänglichen Satellitenaufnahmen nach Spuren des Wracks. Es ist eine beispiellose Suchaktion, am Ende dürfte sie die teuerste aller Zeiten werden.

          Ein hoher zweistelliger, vielleicht sogar ein dreistelliger Millionenbetrag könnte letztlich zu Buche schlagen. Die Kosten der Suchaktion teilen Versicherer und Staaten untereinander auf, wobei die Staaten den Großteil der Rechnung übernehmen. „Sobald das Wrack gefunden ist und die Untersuchung des Unglücks beginnt, zahlen aber meist nur noch die Staaten“, sagt Thomas Friesacher, Luftfahrtexperte von Aeroxpert.

          Unglück könnte Versicherer eine halbe Milliarde kosten

          Während im Indischen Ozean die Suche nach der verschwundenen Boeing 777 weiter geht, haben die ersten Versicherungskonzerne bereits mit der Auszahlung der Schadenssummen begonnen. Darunter auch die Allianz, die das Versicherungskonsortium für Malaysia Airlines anführt. Zur Höhe der Kosten wollte sich der Konzern auf Anfrage nicht äußern. Beteiligt sind auch die Axa und die Hannoversche Rück, wo man rund 30 Millionen Euro für das Unglück veranschlagt.

          Bisher gibt es lediglich erste Mutmaßungen, wie teuer die Tragödie von MH 370 die Versicherer tatsächlich zu stehen kommt. Die Konzerne müssen Malaysia Airlines den Verkehrswert der abgestürzten Boeing von mehr als 100 Millionen Dollar ersetzen. Hinzu kommen Schadensersatzzahlungen an die Hinterbliebenen und der Anteil an den Suchkosten. Auch abgeschlossene Lebensversicherungen der Passagiere müssen ausgezahlt werden, nachdem es als bewiesen gilt, dass das Flugzeug abgestürzt ist. Credit Suisse geht in einer ersten Schätzung davon aus, dass das Unglück die Branche mehr als 500 Millionen Dollar kosten wird.

          Abgelegener als die Antarktis

          2009 war ein Airbus der Fluggesellschaft Air France vor der brasilianischen Küste abgestürzt. Die Unglücksstelle war dem Festland wesentlich näher, zudem kannten die Suchmannschaften die Position des Absturzes deutlich genauer, als es nun der Fall ist. Die Suche kostete knapp 40 Millionen Euro. „Damals war es wesentlich einfacher. Jetzt wird es wahrscheinlich sehr viel teurer, vielleicht ein Vielfaches“, sagt Friesacher.

          Dass die Kosten so hoch sind, liegt vor allem an der Absturzstelle von MH 370. Mittlerweile hat die malaysische Regierung bekanntgegeben, dass das Flugzeug im Indischen Ozean, etwa 2500 Kilometer südlich der australischen Stadt Perth, abgestürzt ist. Dort sei, abseits jeder Landemöglichkeit, das letzte Signal der Maschine aufgefangen worden, sagte der malaysische Ministerpräsident Najib Razak.

          Das Gebiet gehört zu den abgelegensten der Erde. „Vermutlich ist sogar in der Antarktis mehr los, dort gibt es immerhin Forschungsstationen“, sagt Jan Steffen vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die Region liegt in den sogenannten „Roaring Forties“, einem Gebiet jenseits des vierzigsten Breitengrades, wo besonders starke Strömungen herrschen und ein kräftiger Westwind weht. „Weltumsegler nutzen die Region gerne, um besonders schnell voran zu kommen“, sagt Steffen. Auf Satellitenbildern wurden Objekte gesichtet, die Wrackteile der abgestürzten Boeing sein könnten, chinesische und australische Suchmannschaften berichten, dass sie verdächtige Teile im Meer gesehen hätten. Die eigentliche Arbeit für Such- und Bergungstrupps fängt nun also erst an, die Trümmer dürften wegen der Strömungen mittlerweile über hunderte Kilometer verteilt sein.

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