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Handelskonzern : Metro verkauft das China-Geschäft

  • -Aktualisiert am

Kunden kaufen in einem Metro-Großmarkt in Düsseldorf ein. Bild: dpa

Die Anteile gehen an den chinesischen Einzelhändler Wumei. Metro erhält aber nicht nur fast zwei Milliarden Euro.

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          Der Handelskonzern Metro verkauft sein China-Geschäft an den chinesischen Einzelhändler Wumei. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Wert der chinesischen Tochtergesellschaft wird laut Metro-Mitteilung auf etwa 1,9 Milliarden Euro beziffert. Der Aktienkurs von Metro legte am Freitag mehr als 2,8 Prozent zu. Die Düsseldorfer betreiben in China ein Filialnetz von mehr als 90 Märkten, was in etwa so viele sind wie auf dem Heimatmarkt. Seit 1996 war die Metro in dem Land präsent. Das Geschäft dort ist profitabel, das betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) betrug im vergangenen Geschäftsjahr 153 Millionen Euro.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Zudem gehören Metro einige Gebäude vor allem in den Metropolen des Landes, was sie für Investoren interessant macht. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Aufsichtsbehörden. Der Metro fließen dadurch knapp 1 Milliarde Euro direkt zu, zudem erhält der Handelskonzern durch die Vereinbarung ein Fünftel der Anteile an Wumei. „Nach Prüfung verschiedener Optionen haben wir uns für einen Weg entschieden, der die Bedeutung von Metro China für die Kunden stärkt“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Von der Möglichkeit der Zusammenarbeit könnten sowohl Wumei als auch Metro profitieren. Der Unternehmensname Wumei bedeutet übersetzt so etwas wie „gutes Produkt“, der Name der Handelsketten lautet auf englisch Wumart, das 1994 gegründete Unternehmen gehört zu den größten Einzelhändlern Chinas und ist vor allem in der Region um die Hauptstadt Beijing stark vertreten.

          Metro-Chef Olaf Koch gefordert

          Die restlichen zehn Prozent, die Minderheitsaktionäre noch an Metro China halten, gehen indes nicht über in Wumei. Die Aktionäre planen laut Metro, ihre Anteile separat zu verkaufen. Der Verkauf des China-Geschäfts ist eine von zwei wichtigen Aufgaben von Metro-Chef Olaf Koch, der das Unternehmen ganz auf den Großhandel ausrichten will. Deshalb versucht das Unternehmen gleichzeitig auch, seine Beteiligung an der Supermarktkette Real zu verkaufen. Dafür verhandelt die Metro seit Mai exklusiv mit dem Immobilienunternehmen Redos darüber, wie die 276 Märkte verkauft werden. Diese Exklusivvereinbarung wurde schon mehrfach verlängert, für Metro und Koch drängt die Zeit.

          CECONOMY ST

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          Ein erfolgreicher Abschluss dieser Transaktionen war auch von Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky als Voraussetzung dafür genannt worden, eine Aufstockung seiner Anteile von derzeit 17,52 Prozent zu prüfen. Kretinsky hat noch die Option, das Aktienpaket des Familienunternehmens Haniel zu übernehmen, damit doch hatte sich bislang zurückgehalten. Kretinsky war kürzlich damit gescheitert, die Mehrheit an der Metro zu übernehmen, er hatte den Aktionären einen Preis von 16 Euro je Stammaktie angeboten.

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