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Metro-Übernahme gescheitert : „Jetzt müssen sie liefern“

  • -Aktualisiert am

Trutzburg – Die Übernahme des Handelskonzerns Metro ist wohl gescheitert Bild: dpa

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky ist mit der Übernahme der Metro gescheitert. Jetzt macht er Druck auf das Management: Der Konzern solle zeigen, dass er mehr wert ist als das Übernahme-Angebot.

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          Daniel Křetínský ist mit der Übernahme der Metro gescheitert. Nun sitzt er da, trinkt entspannt seinen grünen Tee, und sieht den Handelskonzern und seine Großaktionäre am Zug. Křetínský hat in einen Raum am Düsseldorfer Flughafen geladen, dort wo die Privatjets abheben. Er will erklären, warum es nicht geklappt hat, mit ihm, der Metro und ihren Anteilseignern. Sie sind sich nicht einig geworden über den Angebotspreis von 16 Euro je Stammaktie.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Unser freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot wird nicht erfolgreich sein“, sagt der tschechische Milliardär. Das endgültige Ergebnis steht zwar noch aus, doch zu „99,9 Prozent“ wird das Angebot von Křetínský scheitern. Die Frist für Aktionäre, dem Tschechen ihre Anteile an dem Düsseldorfer Handelskonzern anzudienen, war in der Nacht zu Donnerstag ausgelaufen. Křetínskýs Investmentgesellschaft EP Global Commerce (EPGC) hatte am Mittwoch erklärt, dass er rund 38 Prozent der Anteile eingesammelt hatte, für die Übernahme lag die Frist aber bei 67,5 Prozent.

          „Jetzt müssen sie liefern“

          Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat der Metro hatten das Angebot Křetínskýs, der den Handelskonzern dabei mit 5,8 Milliarden Euro bewertet hatte, als zu niedrig bezeichnet. Auch die Großaktionäre, die Beisheim Holding und die Meridian-Stiftung, hinter denen unter anderem die Erben der Gründerfamilien stehen, wollten ihre Anteile nicht verkaufen.

          Die Metro muss liefern, findet Daniel Kretinsky.
          Die Metro muss liefern, findet Daniel Kretinsky. : Bild: AFP

          „Jetzt müssen sie liefern“, sagt Křetínský nun. Das Unternehmen mit Management, Aufsichtsrat und eben auch den Stiftungen müsse nun beweisen, dass sie wirklich Wert schaffen könnten. Křetínský verteidigt seinen Angebotspreis, angesichts des schwachen operativen Geschäfts der Metro habe es keinen Handlungsspielraum für ihn gegeben. Die Gespräche seien zwar konstruktiv verlaufen, aber eben nicht erfolgreich. „Ich habe mir das so nicht erträumt, wir haben uns einen anderen Ausgang gewünscht.“

          Stunde Null

          Aber der positive Faktor sei nun ein klares Ziel für das Unternehmen und ihr Management. Sie müsse beweisen, dass sie es schaffe, bessere Ergebnisse zu erzielen. Für die Metro ist es eine kritische Situation: Durch die Äußerung, dass die Metro mehr wert sei als 16 Euro je Aktie, muss sie den Aktienkurs nun nach oben bringen. Durch die gescheiterte Übernahme wird der Kurs aber zunächst wohl sinken. Schon als sich angedeutet hatte, dass Křetínský nicht erfolgreich sein wird, war der Kurs mit rund 14 Euro weit vom Angebotspreis entfernt.

          Für den Tschechen selbst beginnt nun wieder eine Stunde Null. „Wir haben jetzt alle Optionen“, sagt er. Verraten wollte er sie allerdings nicht, um seinen strategischen Vorteil als Investor nicht aufzugeben. EPGC ist weiterhin ein Großaktionär, wird aber die ihm angedienten Aktien nun erst einmal nicht kaufen. Die Gesellschaft hält also weiterhin 17,5 Prozent.

          Ob und wann Křetínský die Kaufoption für die Metro-Anteile des langjährigen Aktionärs Haniel ziehe, wollte er noch nicht sagen. Weitere 15,2 Prozent stehen ihm dort zur Verfügung. Er sei ein langfristig orientierter Investor. „Aber wir müssen sehen, wie es bei der Metro weitergeht“, sagt Křetínský. Dabei bezieht er sich vor allem auf den angekündigten Verkauf des China-Geschäfts von Metro und die Veräußerung der Supermarktkette Real. Den Real-Verkauf hält Křetínský für positiv, auch wenn er glaubt, dass das nicht die Probleme des Konzerns lösen wird.

          In der kommenden Woche würden erste Angebote für das China-Geschäft erwartet. Dieser Markt sei für die Metro wichtig, sowohl was das Wachstum als auch die Immobilien anginge, sagt Křetínský. Deshalb erwartet der Investor, dass die Düsseldorfer einen ordentlichen Kaufpreis herausschlagen. Die Aussage von Metro-Chef Olaf Koch, dass er durch die Verkäufe einen Zufluss von 1 Milliarde Euro erwarte, habe „nichts mit dem wahren Wert des China-Geschäfts zu tun“, sagt Křetínský. „Ein solcher Preis wäre fatal.“

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