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Aufspaltung : Metro trennt Media-Markt und Saturn vom Rest des Geschäfts

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Handelskonzern Metro teilt sich in zwei Unternehmen auf. Der Großmarkt und die Real-Supermärkte werden abgespalten. In der alten Metro AG bleibt nur ein prominenter Rest.

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          Der Handelskonzern Metro leitet die eigene Aufspaltung in die Wege. Der Vorstand bereite die Schaffung von zwei unabhängigen, börsennotierten Geschäftseinheiten vor, teilte der M-Dax-Konzern am Mittwoch mit.

          Das Großhandelsgeschäft Metro Cash & Carry sowie die Lebensmitteltochter Real sollen dabei in eine eigene Gesellschaft übertragen werden, die vom heutigen Konzernchef Olaf Koch geleitet wird.

          Die heutige Metro AG würde dann im Wesentlichen nur noch aus der Elektroniktochter Media-Saturn bestehen, die unter anderem die Elektromarkt-Ketten Media-Markt und Saturn betreibt. Ihr Vorstandsvorsitzender würde der heutige Media-Saturn-Chef Pieter Haas.

          Welche Namen die Gesellschaften bekommen, ist noch nicht entschieden. Dass das namensgebende Geschäft abgespalten wird und nicht die Elektromärkte, liegt an einer Besonderheit des Metro-Konzerns: An der Elektromarkt-Tochter Media-Saturn ist nach wie vor Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals beteiligt, der sich mit dem Metro-Konzernvorstand in den vergangenen Jahren einige Auseinandersetzungen geliefert hat.

          Schon in den vergangenen Wochen war über eine Aufteilung spekuliert worden – damals allerdings noch auf anderem Weg: Die Spekulationen gingen davon aus, dass nur die Supermarktkette Real verkauft würde.

          Real hat Schwierigkeiten

          Die SB-Warenhäuser mit ihren rund 290 Standorten vornehmlich auf der grünen Wiese kämpfen seit Jahren mit sinkenden Umsätzen und mageren Ergebnissen. Real gelingt es nicht, die Kapitalkosten zu verdienen. Im vergangenen Jahr wurden sogar 450 Millionen Euro auf die Firmenwerte der Tochtergesellschaft abgeschrieben.

          Zur Restrukturierung des längst in die Jahre gekommenen SB-Warenhauskonzepts hatte Metro zuletzt in mehr als 100 Real-Standorten ein neuerliches Modernisierungskonzept auf den Weg gebracht, das nach jüngsten Äußerungen des Metro-Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch zwar in die richtige Richtung weist, aber eigentlich noch sehr viel radikaler angepackt werden müsste. Dazu wäre wohl auch mehr Personal auf der Fläche erforderlich. Um mehr Service und Beratung bieten zu können, benötige das Unternehmen indes wettbewerbsfähige Lohnkosten, heißt es. Real war im vergangenen Sommer aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen, der allerdings auch für die großteils selbständigen Rewe- und Edeka-Händler nicht gilt. Seither verhandeln Real und die Gewerkschaft Verdi in zähen Runden über einen neuen Tarif für die mehr als 37.000 Beschäftigten, noch Mitte März hat die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen.

          Unter anderem der Aufsichtsrat muss den Aufspaltungs-Plänen aber noch zustimmen. Dann könnten sie bis Mitte 2017 verwirklicht werden. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützten das Vorhaben, zwei unabhängige Unternehmen zu schaffen. "Wir begrüßen die strategische Entscheidung", sagte ein Haniel-Sprecher.

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