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Kooperation mit Ecosia : Metro „googelt“ jetzt grün

  • -Aktualisiert am

Ein Bauer gießt Bäume eines Ecosia-Aufforstungsprojekts in Tansania. Bild: Ecosia GmbH

Metro-Vorstandsmitglied Heiko Hutmacher erklärt, warum das Handelsunternehmen in seinen Büros auf eine nachhaltige Suchmaschine setzt – und warum das kein Greenwashing ist.

          Wer im Internet nach etwas suchen möchte, nutzt Google. Alternative Suchmaschinen fristen ein Nischendasein, zu groß ist die Macht des Quasi-Monopolisten aus dem Silicon Valley. Auch Ecosia ist bislang noch was für Liebhaber – wenngleich die Nutzerzahl der „grünen“ Suchmaschine aus Berlin über die vergangenen Jahre kräftig gestiegen ist, auf derzeit über eine Million am Tag.

          Das Besondere an Ecosia: Das Unternehmen steckt 80 Prozent seines Gewinns in Aufforstungsprojekte auf der ganzen Welt. Fast 45 Millionen Bäume sind auf diese Art schon gepflanzt worden – sekündlich werden es mehr, wie sich auf der Startseite der Suchmaschine mit eigenen Augen mitverfolgen lässt. Zuletzt erlangte Ecosia über die Grenzen seiner Fangemeinde hinaus Berühmtheit: Das Unternehmen bot dem Energiekonzern RWE eine Million Euro für den von der Rodung bedrohten Hambacher Forst. RWE wollte nicht einmal antworten.

          Indes konnte der Suchmaschinenbetreiber die Unterstützung eines anderen Großunternehmens gewinnen. Wie Metro-Vorstandsmitglied Heiko Hutmacher im Gespräch mit FAZ.NET berichtet, ist Ecosia seit Juni dieses Jahres als Standard-Suchmaschine auf allen Rechnern des Metro Campus in Düsseldorf vorinstalliert. „Ziel ist es, dass die weltweit 150.000 Metro-Mitarbeiter nach und nach allesamt die grüne Suchmaschine nutzen“, sagt Hutmacher, der neben seiner Rolle als Arbeitsdirektor bei der Metro AG auch für Nachhaltigkeit verantwortlich ist.

          Branchenunübliche Aktionen

          Die Initiative kostet Metro nichts und die Mitarbeiter können freilich auch nicht dazu gezwungen werden, Ecosia zu nutzen – Kontrollen gibt es nicht. „Doch die Maßnahme unterstreicht, was wir in unserem Unternehmen erreichen wollen: einen positiven Beitrag zur Wertschöpfung leisten“, sagt Hutmacher. Die Resonanz im Unternehmen sei sehr gut, so Hutmacher weiter, auch, weil der Anstoß von einem Mitarbeiter kam und nicht „von oben“. 5500 Bäume seien dank der Metro-Beteiligung schon gepflanzt worden. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Ecosia arbeitet mit dem Algorithmus und Suchindex von Microsofts Suchmaschine Bing, die aufgrund ihrer geringeren Nutzerzahl weitaus schlechtere Ergebnisse liefert als Google. 

          Metro-Vorstandsmitglied Heiko Hutmacher

          Die Zusammenarbeit mit Ecosia ist die jüngste Maßnahme von Metro, seine Nachhaltigkeitsziele mit Taten zu untermauern. In den vergangenen Monaten und Jahren machte die Vertriebsgruppe immer wieder mit für die Branche ungewöhnlichen Aktionen von sich reden – etwa, als sich das Unternehmen für einen beschleunigten Kohleausstieg sowie eine CO2-Bepreisung aussprach und sich selbst einen virtuellen CO2-Vermeidungspreis vorschrieb. Bis 2030 will Metro weltweit 50 Prozent Kohlendioxid pro Quadratmeter Verkaufsfläche einsparen. Das geschieht unter anderem durch die Eigenproduktion von Strom aus erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz von Kälteanlagen oder klimafreundliche Antriebstechniken von Betriebsfahrzeugen.

          Auch der Plastik-Fußabdruck soll deutlich verringert werden, Einwegprodukte etwa durch recycelbare Alternativen ersetzt und Verpackung durch Optimierung eingespart werden. Und auch das Thema Lebensmittelverschwendung hat Einzug in die Unternehmensplanung gefunden – bis 2025 sollen Lebensmittelabfälle im eigenen Geschäftsbetrieb um 50 Prozent reduziert werden.

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