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Metall- und Elektroindustrie : IG Metall setzt den Arbeitgebern ein Ultimatum

  • -Aktualisiert am

Ab Sonntag wird gestreikt: Die Metaller wollen 6,5 Prozent mehr Bild: AP

Bereits am Sonntag wird die IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie mit Warnstreiks beginnen. Die Gewerkschaft will so bis Mitte Mai einen Tarifabschluss für 3,4 Millionen Beschäftigte erzwingen. Sollte dies nicht gelingen, droht ein unbefristeter Arbeitskampf.

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          Mit zwei Warnstreikwellen will die IG Metall bis Mitte Mai einen Tarifabschluss für die 3,4 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie erzwingen. „Wenn es danach keine Einigung geben sollte, wird entschieden, ob wir die Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf einleiten“, sagte der niedersächsische IG-Metall-Chef Hartmut Meine dieser Zeitung.

          In Niedersachsen werde bereits in der Nacht zum Sonntag - unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht - die Arbeit niedergelegt. „Es geht um 0.01 Uhr los. Wir werden gleich massiv starten“, sagte Meine. Den Auftakt sollen die Bosch-Werke in Hildesheim und Salzgitter sowie MAN Nutzfahrzeuge in Salzgitter machen.

          „Warnstreiks werden die Betriebe empfindlich treffen“

          Am frühen Morgen kämen weitere Betriebe an anderen Orten hinzu. Die Protestaktionen beträfen vor allem die Automobilzulieferer. Die Auftragsbücher seien voll und nur über Mehrarbeit und Zusatzschichten am Samstag und Sonntag zu erfüllen, betonte Meine. „Wir gehen davon aus, dass die Warnstreiks die Betriebe empfindlich treffen werden.“

          Die Tarifverhandlungen waren am Freitagmittag in Niedersachsen nach der vierten Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen worden. Für die kommende Woche sind bundesweit nur noch zwei weitere Gesprächstermine angesetzt - am 3. Mai in Baden-Württemberg und tags darauf in Niedersachsen. „Wir erwarten von den Arbeitgebern ein deutlich verbessertes Angebot. In den nächsten Tagen haben sie die letzte Chance dazu“, sagte Meine.

          IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr für Beschäftigte

          Die Metall- und Elektroindustrie ist damit voraussichtlich die erste Branche, in der es keine friedliche Einigung geben wird. Auch die Druckindustrie, in der die Friedenspflicht am 1. Mai endet, steuert auf Warnstreiks zu. Dagegen hatten sich die Tarifparteien in der Chemieindustrie und der Bauwirtschaft ohne größere Protestaktionen auf Abschlüsse im Höhe von 4,3 und 3,5 Prozent geeinigt.

          Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche. Die Arbeitgeber haben eine dauerhafte Erhöhung um 2,5 Prozent sowie einen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent für die Laufzeit des Tarifvertrages angeboten. Die IG Metall hält das Angebot angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung für absolut unzureichend.

          „Die Warnstreiks sollen den Unternehmen weh tun“

          Auch die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Flexibilisierung des Weihnachtsgelds lehnt sie ab. Das Weihnachtsgeld beträgt derzeit in der Regel 55 Prozent eines Monatseinkommens und soll künftig, je nach Ertragslage der Betriebe, in einem Korridor von 40 bis 70 Prozent schwanken können. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg werden die Protestaktionen erst am Montag starten. Dabei werde es sich nicht um Nadelstiche handeln, betonte der Stuttgarter Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. „Den Arbeitgebern wird ein gewaltiger Brocken auf die Füße fallen. Unsere Warnstreiks sollen den Unternehmen weh tun“.

          In Düsseldorf wird bei Daimler-Chrysler die Nachtschicht auf Montag die Arbeit niederlegen. Außerdem sind Warnstreiks in Vreden bei Schmitz Cargo-Bull, in Krefeld bei TRW sowie in Recklinghausen geplant. In Duisburg werden sich die Siemens-Beschäftigten zusammen mit Warnstreikenden aus anderen Betrieben zu einer Kundgebung versammeln. Ab Mittwoch sind landesweite Warnstreiks geplant.

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