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Massenentlassungen : Auch Meta will schrumpfen

Der Facebook-Campus in Menlo Park, Kalifornien, dürfte nach den Stellenstreichungen im Meta-Konzern weniger gesellig werden. Bild: Meta

Nach Twitter trennt sich nun auch Meta von Tausenden Beschäftigten. Die gesamte Technologiebranche will Kosten senken. Die Aktienmärkte schöpfen deshalb Hoffnung.

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          Beschäftigte im amerikanischen Technologiesektor dürften dieser Tage kaum zur Ruhe kommen. Nach den abrupten Stellenstreichungen des Kurznachrichtendienstes Twitter plant nun Medienberichten zufolge auch der Facebook-Konzern Meta die Trennung von mehreren tausend Mitarbeiter. Darüber berichten die amerikanischen Zeitungen „Wall Street Journal“ und „New York Times“. Demnach dürfte frühestens am Mittwoch ein nicht kleiner Teil der 87. 314 Mitarbeiter, die Meta zuletzt hatte, eine Benachrichtigung über seine Zukunft im Unternehmen bekommen. Meta kommentierte die Berichte zunächst nicht und verweist nach einer Anfrage der F.A.Z. auf Aussagen von Unternehmenschef Mark Zuckerberg im Zusammenhang mit den jüngsten Quartalszahlen. So will Meta nur in einigen Schlüsselbereichen „bedeutsam“ wachsen; andere würden entweder gleich groß bleiben oder schrumpfen.

          Gregor Brunner
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Besagte Quartalszahlen legen eher eine Schrumpfkur nahe. Während die Kosten zum dritten Quartal im Jahresvergleich um 19 Prozent stiegen, schrumpfte der Umsatz um 4 Prozent, der Gewinn gar um 52 Prozent. Die Belegschaft wuchs im Vergleichszeitraum um 19 Prozent. Laut US-Medien wurden seit Beginn der Pandemie 2020 mehr als 40 000 Mitarbeiter eingestellt.

          Im Ausblick der Meta-Finanzchefin Susan Li benennt sie auch Infrastruktur- und Umsatzkosten als weiter wachsende Kostentreiber. Ebenso verschlingt die Sparte „Reality Labs“, in der das Metaversum „Horizon Worlds“ entwickelt wird, viel Geld. Im vergangenen Quartal schrieb Reality Labs einen operativen Verlust von knapp 3,7 Milliarden Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 9,4 Milliarden Dollar, im Vergleich zu einem Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar. In Lis Ausblick schreibt sie, die operativen Verluste der Sparte würden 2023 noch „erheblich wachsen“.

          Mehr Augen, weniger Werbung

          Weitere Probleme für Meta finden sich in den Werbeerlösen, auf denen Zuckerberg den Erfolg seines Unternehmens gründete. Zwar ziehen die Plattformen von Meta, vor allem Facebook, Instagram und Whatsapp, immer mehr Augen auf sich – um 17 Prozent stiegen die Werbeansichten im dritten Quartal. Offenbar hat der Konzern jedoch Schwierigkeiten, seine Werbeplätze zu verkaufen. Meta musste Anzeigenplätze im gleichen Zeitraum 18 Prozent billiger feilbieten. Werbekunden halten sich in den vergangenen Monaten zunehmend zurück. Höhere Lebenshaltungskosten bei einer gleichzeitigen Rezession und steigenden Zinsen bedingen in vielen Ländern eine schlechte Konsumlaune der Verbraucher.

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          An den Börsen wurden die Aussichten auf Einsparungen am Montag gefeiert. Mit einem Plus von 4 Prozent führten die Papiere von Meta zur Eröffnung der Wall Street das Feld im Technologie-Index Nasdaq-100. Lange schien es, dass Anleger das Vertrauen in Meta verloren hatten. Während der Nasdaq-100 seit Jahresbeginn etwa ein Drittel seines Wertes einbüßen musste, sackte der Kurs der Meta-Aktien fast um drei Viertel ab. Ein strafferes Kostenmanagement im Konzern scheint Hoffnungen zu sähen.

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