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Quartalszahlen vorgestellt : Meta macht wieder etwas Hoffnung

Mark Zuckerbergs Tech-Konzern Meta hat seine Quartalszahlen veröffentlicht. Bild: dpa

Facebooks Mutterkonzern warnt vor einem möglichen Umsatzrückgang. Aber seine Nutzerzahlen erholen sich – und die Börse ist erleichtert.

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          Der Facebook-Mutterkonzern Meta musste im ersten Quartal eine deutliche Abschwächung seines Umsatzwachstums hinnehmen und erwartet für die kommenden Monate keine Erholung. Die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Finanzergebnisse enthielten aber auch einige gute Nachrichten. Nachdem Facebook im Schlussquartal 2021 erstmals in seiner Geschichte Nutzer verloren hatte, gab es diesmal wieder einen Zuwachs.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Messlatte für den Internetgiganten hatte niedrig gelegen, da er schon vor drei Monaten vor einer deutlichen Eintrübung seines Geschäfts gewarnt hatte. Insofern zeigten sich die Finanzmärkte erleichtert, der Aktienkurs stieg im nachbörslichen Handel zweitweise um mehr als 18 Prozent. Die Meta-Aktie hatte allerdings zuvor seit Jahresbeginn fast 50 Prozent an Wert verloren, und der Börsenwert ist auf unter 500 Milliarden Dollar gerutscht.

          Warnung vor Umsatzrückgang im zweiten Quartal

          Insgesamt meldete Meta für die vergangenen drei Monate ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 28,2 Milliarden Dollar gerechnet, und im Schlussquartal 2021 hatte das Wachstum noch bei 20 Prozent gelegen. Für das zweite Quartal warnt das Unternehmen sogar vor einem möglichen Umsatzrückgang und sagt 28 Milliarden bis 30 Milliarden Dollar voraus, im Vorjahr waren es 29,1 Milliarden Dollar.

          Finanzvorstand David Wehner sagte in einer Telefonkonferenz, das Werbegeschäft habe sich gerade nach Russlands Invasion der Ukraine weiter abgeschwächt, und dies werde sich wohl auch im zweiten Quartal negativ bemerkbar machen. Facebook wurde außerdem in Russland gesperrt, und der Konzern zeigt auf der ganzen Welt keine Anzeigen von russischen Auftraggebern mehr.

          Meta kämpft aber auch jenseits des Krieges mit Herausforderungen. Beispielsweise machen dem Unternehmen neue Datenregeln von Apple zu schaffen, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten sind. Damit wird das Sammeln von Nutzerdaten auf Apple-Geräten behindert, was es für Meta schwieriger macht, Werbung auf einzelne Nutzer abzustimmen und den Erfolg von Werbekampagnen zu messen. Wehner hatte schon vor drei Monaten gesagt, dies werde Meta in diesem Jahr 10 Milliarden Dollar kosten. Die Auswirkungen für das erste Quartal bezifferte er jetzt nicht konkret, aber er gab zu, dass sich dies weiter bemerkbar mache.

          Vor drei Monaten hatte Meta angesichts sinkender Nutzerzahlen auch von der verstärkten Konkurrenz durch die vor allem für Kurzvideos bekannte Smartphone-App Tiktok gesprochen. Der Konzern hat ein ähnliches Angebot namens „Reels“ entwickelt, das mittlerweile sowohl auf dem Stammdienst Facebook als auch für Instagram verfügbar ist. Vorstandschef Mark Zuckerberg sagte, Reels steht heute schon für mehr als 20 Prozent der Zeit, die Nutzer auf Instagram verbringen.

          Mit Blick auf die gegenwärtigen Schwierigkeiten sagte der Meta-Chef: „Die Fragen, denen wir uns gegenübersehen, werden nicht über Nacht gelöst.“ Der Konzern wolle zwar weiter investieren, zum Beispiel in Aktivitäten rund um das Metaversum, aber angesichts des abgeschwächten Wachstums wolle er seine Kosten senken. Meta erwartet nun für dieses Jahr Kosten von 87 Milliarden bis 92 Milliarden Dollar, bisher war von 90 Milliarden bis 95 Milliarden Dollar die Rede.

          Im abgelaufenen Quartal haben höhere Kosten die Profitabilität noch erheblich belastet. Der Nettogewinn fiel um 21 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie von 2,72 Dollar war aber um 16 Cent höher als erwartet.

          Die Zahl der täglichen Facebook-Nutzer stieg in den vergangenen drei Monaten von 1,93 Milliarden auf 1,96 Milliarden. Nur in Europa gab es einen leichten Rückgang, was Facebook auf den Krieg zurückführte.

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