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Merck KGaA kauft Sigma-Aldrich : Milliardenübernahme in der Pharmabranche

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Das Werksgelände von Merck in Darmstadt Bild: Picture-Alliance

Der Pharmakonzern Merck KGaA holt in Amerika zum großen Schlag aus. Für rund 17 Milliarden Dollar kaufen die Darmstädter den Laborausrüster Sigma-Aldrich. Die Milliardenübernahme sorgt für ein Rekordhoch der Merck-Aktie.

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          Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck kauft für 17 Milliarden Dollar (13,1 Milliarden Euro) den Forschungsmaterialienhersteller Sigma-Aldrich. Merck habe am Montag eine entsprechende Vereinbarung getroffen, teilte der Konzern mit. Durch die Übernahme entstehe einer der führenden Anbieter der Biowissenschaften-Industrie (Life-Science). Darunter werden Geschäfte rund um Gesundheit, Pflanzenschutz und Saatgut sowie Biotechnologie zusammengefasst.

          Sigma-Aldrich stellt Chemikalien her, die in Forschungslaboren eingesetzt werden. Das Unternehmen vertreibt über 230.000 Chemikalien und andere Produkte für die Pharmaforschung und -Analytik. 2013 erwirtschafte das Unternehmen einen Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr 2014 waren es knapp 1,4 Milliarden, bei einem Nettogewinn von 259 Millionen Dollar

          Merck erhofft sich von der Übernahme Größen- und Einspar-Effekte von 260 Millionen Euro pro Jahr, die sich innerhalb von drei Jahren verwirklichen lassen sollen. Der Pharmakonzern will die Übernahme mit einer Mischung aus Bargeld, Bankkrediten und Anleihen stemmen.

          Bei Merck -Anlegern stößt die milliardenschwere Offerte für Sigma-Aldrich nach anfänglichen Zweifeln offenbar auf positive Resonanz. Die Aktien des Darmstädter Chemie- und Pharmakonzerns stiegen am Montag nach vorübergehenden Kursverlusten um bis zu 5,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 73,80 Euro.

          Für das Life-Science-Geschäft von Merck sei die Übernahme „ein Quantensprung“, erklärte Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley. Beide Unternehmen zusammen könnten ihren Kunden in Forschung und Wissenschaft, Pharma- und Biopharmaherstellung, Diagnostik und Testlabors ein „sehr viel breiteres Produktangebot anbieten“. Durch die Übernahme profitiere Merck zudem von Trends wie der zunehmenden Globalisierung von Forschung und Pharmaproduktion.

          Gemeinsam werden die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 300.000 Produkte liefern können. In der Forschung könnten beide zusammen ein sich ergänzendes Angebot von Laborchemikalien und -reagenzien anbieten.

          Merck ist seit fast 350 Jahren im Familienbesitz. Das Unternehmen machte im vergangenen Jahr mit rund 39.000 Beschäftigten einen Umsatz von 11,1 Milliarden Euro. Sigma-Aldrich mit mehr als 9000 Mitarbeitern setzte 2013 umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro um. Die bislang größte Übernahme von Merck war die des Schweizer Biotechunternehmens Serono für 10,3 Milliarden Euro.

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