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Pharma-Konzern : Merck ernennt diese Woche Oschmann zum Unternehmenschef

  • -Aktualisiert am

Stefan Oschmann (links) und der bisherige Merck-Chef Karl-Ludwig Kley Bild: Frank Röth

Der Pharma- und Chemiekonzern bekommt einen neuen Chef. Stefan Oschmann folgt dem in den Ruhestand scheidenden Karl-Ludwig Kley.

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          Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA will diese Woche eine lange erwartete Personalie vollziehen: Stefan Oschmann, 58 Jahre alt, soll Nachfolger von Karl-Ludwig Kley, 64, als Unternehmenschef werden, das wird das Dax-Unternehmen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung voraussichtlich diese Woche bekanntgeben, wahrscheinlich am Dienstag.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Anfang 2011 kam Oschmann vom gleichnamigen amerikanischen Konkurrenten. Er war Anfang des Jahres zum Stellvertreter Kleys aufgestiegen. Kleys Vertrag läuft kommendes Jahr aus, er geht dann in den Ruhestand. Er war 2006 von Lufthansa zu Merck gewechselt und im Jahr darauf zum Unternehmensleiter avanciert. Merck war damals mit dem Versuch gescheitert, den Berliner Konkurrenten Schering zu übernehmen, erwarb dann stattdessen die Schweizer Biotechnologiegesellschaft Serono. Weil Mercks Pharmasparte bei der Markteinführung ihres wichtigsten Hoffnungsträgers patzte, wechselte Kley den Leiter dieses Geschäftsfelds aus - und holte dafür Oschmann. Eine Reihe Führungskräfte musste das Unternehmen verlassen, die Abteilung "Forschung und Entwicklung" wurde umgebaut. Die Medikamentensparte hat seit beinahe drei Jahrzehnten keinen eigenen Wirkstoff mehr selbst entwickelt und auf den Markt gebracht; die wesentlichen Wachstumstreiber sind einlizenziert. Neuerdings besteht konkrete Hoffnung, dass Merck in Kooperation mit Pfizer ein neues Krebsmittel auf den Markt bringt.

          Oschmann, 1957 in Würzburg geboren, hatte vor seinem Wechsel nach Darmstadt das Geschäft in den Schwellenländern bei Merck&Co. geleitet - jenem amerikanischen Pharmakonzern, der einst aus der amerikanischen Landesgesellschaft von Merck KGaA entstanden war, aber heute nichts mehr mit dem Namensvetter zu tun hat. Zuvor hatte Oschmann dort das Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Kanada verantwortet, war auch Deutschland-Chef. Der verheiratete Vater zweier Kinder ist promovierter Tiermediziner, er lernte sein Fach an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend arbeitete er zunächst für die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA und beim Bundesverband für Tiergesundheit. Merck lehnte am Montag einen Kommentar zu der Personalie ab.

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