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Neue Produkte : Mercedes setzt auf luxuriöse E-Autos

  • Aktualisiert am

Ola Källenius setzt bei Mercedes nicht mehr wie früher vor allem auf Stückzahl. Bild: dpa

Die Automarke spürt die Transformation an mehreren Stellen: Die Produkte sollen nachhaltiger werden, gleichzeitig will sich Daimler-Chef Källenius von Mitarbeitern trennen. Mercedes soll aber weiterhin für Luxus stehen.

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          Der Autohersteller Mercedes soll nach dem Plan des Daimler-Vorstands in den nächsten Jahren komplett neu ausgerichtet werden und gleichzeitig schnell hohe Gewinnmargen erreichen. Die Strategie, die Daimler-Vorstandschef Ola Källenius den Investoren in einer mehrstündigen digitalen Veranstaltung vorstellte, setzt ganz darauf, die Marke noch klarer im Luxussegment zu positionieren: „Das Luxussegment wächst und wir sind ein wachsendes Unternehmen“, stellte Källenius klar.

          Größe sei sehr wohl bedeutend, aber es gehe nicht darum, 100.000 Autos mehr zu verkaufen auf Kosten der Rendite, fügte er mit einem Seitenhieb auf die einstige Fokussierung auf Stückzahlen hinzu. Verbunden ist die Luxusstrategie mit einer Kampfansage an Konkurrenten, die mit ihren Elektroautos bisher erfolgreicher sind: „Wir streben die Führung im Bereich der Elektromobilität an“, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer, der in dem Stuttgarter Konzern zugleich für die Mercedes-Produktion verantwortlich ist.

          Bis zum Jahr 2030 könne der Elektroanteil am Absatz auf 50 Prozent steigen, aber auch 100 Prozent könnte Mercedes möglich machen. Gleichzeitig soll jedenfalls die Zahl der Verbrenner-Antriebe um 70 Prozent reduziert werden. Auf der neuen Plattform für elektrische Luxus-Limousinen und SUV entsteht als erstes Modell mit Markteinführung im Jahr 2021 die elektrische S-Klasse (EQS), für die Mercedes eine Reichweite von mehr als 700 Kilometer ankündigte. Danach sollen der EQE (E-Klasse) sowie jeweils die SUV-Varianten dieser Baureihen folgen.

          Eine Milliarde Gewinn aus digitaler Vernetzung

          Zusätzlich werde man auch die Submarken elektrifizieren, kündigte Källenius an – sowohl die G-Klasse als „Fahrzeug für Abenteurer“, wie auch die AMG-Autos als Marke für Hochleistungsantriebe und nicht zuletzt Maybach für außergewöhnlichen Luxus. Gerade mit den Submarken werde man „substantielles Gewinn-Wachstum“ realisieren, hofft Källenius. Eine neue Ertragsquelle sieht man bei Daimler zudem in der digitalen Vernetzung der Autos. Schon im Jahr 2025 könne man mit digitalen Services eine Milliarde Euro Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) erzielen, sagte Mercedes-Vertriebsvorständin Britta Seeger.

          Die Neuausrichtung geht einher mit deutlichen Kostensenkungen vor allem in der Forschung und Entwicklung sowie Investitionen, die mit 15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr einen Höhepunkt erreicht haben. Bis 2025 sollen trotz der notwendigen Aufwendungen für die Transformation diese Kosten um 20 Prozent sinken, vor allem durch die Verringerung der aktuellen Modellvielfalt und eine größere Standardisierung im Elektrobereich sowie durch den Abbau von Kapazitäten.

          Auch die Personalkosten sollen deutlich reduziert werden. Seit Jahresbeginn sei die Mercedes-Belegschaft schon um 3800 auf 169.600 Mitarbeiter kleiner geworden, berichtete Daimler-Finanzvorstand Harald Wilhelm. Die Zahl der Abfindungsvereinbarungen sei zuletzt deutlich gestiegen, auf aktuell 1000 Verträge. Unterm Strich soll eine verbesserte Kostenstruktur in Kombination mit neuen Erlösquellen Mercedes zu einer neuen finanziellen Stärke führen, erklärte der Vorstand – mit einer Umsatzrendite im mittleren bis hohen einstelligen Prozent-Bereich bis 2025 selbst unter ungünstigen Bedingungen oder gar einer zweistelligen Rendite in einem starken Marktumfeld.

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