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Voll auf elektrisch : Daimlers Schwenk

  • -Aktualisiert am

Bitte einmal aufladen! Bild: dpa

Einfach weiter so – das läuft nicht beim Umbau der Autoindustrie. Die Batterie ist doch viel wichtiger als gedacht.

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          Da ist er also, der Strategieschwenk von Daimler: acht Gigafactorys will der Stuttgarter Konzern bauen und dort Batteriezellen für mehr als 200 Gigawattstunden produzieren. Dabei hatte man in Stuttgart jahrelang gepredigt, dass sich so etwas kaum lohnen könnte, Batterien seien ja nichts als Massenware, billig und problemlos zu beziehen in Asien.

          Das wirkte nachvollziehbar, denn Daimler hatte ja im Gegensatz zu anderen Autokonzernen eigene Erfahrungen gesammelt, hatte zusammen mit Evonik Zellen entwickelt und produziert und eine Bauchlandung erlebt – weil der Markt noch nicht reif war. Jetzt aber ist die Welt eine andere. Klimaschutzpläne machen den Ausstieg aus dem Verbrenner zu einem Wettlauf mit der Zeit. Und wer sich in der neuen Technologie nicht abhängen lassen will, muss selbst gestalten.

          Dabei hat sich mittlerweile auch längst geklärt, dass Batterie eben nicht Batterie ist, eine Erfahrung, die man selbst ja auch durchaus an trivialen Geräten erleben kann. Wer die beste Chemiemischung mit der cleversten Leistungselektronik und einem perfekten Thermomanagement kombiniert, hat ein Produkt, das um Welten besser ist als der Standard. Insofern ist das Batteriesystem quasi der neue Motor, das Unterscheidungsmerkmal schlechthin für ein Auto.

          Gemäß dem eigenen Slogan „Das Beste oder nichts“ bleibt Mercedes gar keine andere Wahl, als ganz vorne mitzuspielen in diesen Technologien. Und alle anderen Autohersteller in Europa sollten sehr gut hinschauen, was sich da entwickelt, bevor sie überholt werden, womöglich von Anbietern, die hierzulande bisher noch keiner kennt.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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