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Mensch und Maschine : Die Roboter sind unter uns

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Anders als ältere Industrieroboter muss man den iiwa deswegen nicht in einen Käfig sperren, sondern kann ihn in einer Umgebung einsetzen, in der sich Menschen bewegen. Zum Beispiel in einer Krankenhausküche. Dort verbringen heute noch Arbeiter Stunden damit, Hunderte von Tabletts vom Fließband zu nehmen und in Wagen zu stapeln, in denen das Essen zu den Patienten gebracht wird - eine monotone, körperlich aufreibende Arbeit, die einem nach ein paar Jahren den Rücken ruiniert. Die Kuka-Entwickler arbeiten an einem System, in dem diese Arbeit von einem iiwa erledigt würde, den die menschlichen Arbeiter nur noch beaufsichtigen müssten: Der Roboter würde ein selbstverständlicher Teil ihrer Arbeit.

Dem Menschen Arbeit abnehmen

Auch in der Industrie soll der iiwa dazu dienen, den Menschen gefährliche oder körperlich zermürbende Arbeiten abzunehmen. Bei der Automontage recken heute noch Leute stundenlang den Kopf in den Nacken, um Löcher im Boden der Karosserie zu stopfen, oder hocken sich ins Wageninnere, um Gurte anzubringen. „In diesem Bereich gibt es Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter wegen der anstrengenden Tätigkeit in kurzen Zeitabständen rotieren und längere Pausen machen müssen“, sagt Henning Borkeloh, Leiter des Bereiches Advanced Technology Solutions bei Kuka Systems.

Dort, wo es geht, sollen solche Aufgaben nach dem Willen der Kuka-Entwickler langfristig von Robotern erledigt werden. Die Menschen, die dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren, wollen sie umschulen, um sie für ansprechendere Tätigkeiten einzusetzen.

So optimistisch sind allerdings nicht alle: Die Angst, dass die Maschine den Menschen irgendwann ersetzen könnte, ist mindestens so alt wie die Dampfmaschine. Bisher hat der technische Fortschritt zwar noch immer mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als alte vernichtet, doch bei der aktuellen Roboterrevolution sind manche Forscher skeptisch. Fast die Hälfte aller amerikanischen Arbeitsplätze, schätzen der Ökonom Carl Benedikt Frey und der Ingenieur Michael Osborne von der Universität Oxford in einer aktuellen Studie, könnte in den nächsten Jahrzehnten automatisiert werden. Auch Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) zweifeln, ob alle Arbeitsplätze, die von Robotern übernommen werden, anderswo neu entstehen. Den Fortschritt, den die Maschinen ermöglichen, sehen sie aber optimistisch: Im Idealfall müssen wir künftig alle weniger arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern.

In vielen Fällen werden die Roboter die Menschen wohl auch nicht ersetzen, sondern ihnen die Arbeit erleichtern, so dass zum Beispiel ältere Arbeiter weniger belastet werden, sagt Thomas Bauernhansl, Institutsdirektor des Fraunhofer-IPA in Stuttgart, dessen Forscher an ähnlichen Anwendungen arbeiten: „Angesichts des demographischen Wandels können wir eigentlich gar nicht genug Automatisierung haben.“

Auch deswegen werden Mensch und Maschine sich in ihren Aufgaben wohl immer ähnlicher werden. Bei Kuka will man den iiwa zum Beispiel so programmieren, dass er für erkrankte menschliche Arbeiter einspringen könnte. Und an Bauernhansls Institut arbeiten die Entwickler mit Baxter, einem Leichtbau-Industrieroboter aus Amerika. Der hat Arme und Beine wie ein Mensch und ist mit rund 20.000 Euro nicht nur viel billiger als herkömmliche Industrieroboter, sondern auch viel leichter zu bedienen - „programmieren“ kann man Baxter, indem man ihm die Aufgaben vormacht, die er ausführen soll, und seine Arme und Greifer in die entsprechenden Positionen bewegt - so ähnlich, wie man einem Kind das Fahrradfahren beibringt.

Mit Baxter können daher auch weniger spezialisierte Arbeiter zusammenarbeiten - und ihm die anstrengenderen Teile ihrer Arbeit übertragen. Eine Welt, in der kein Mensch mehr öde oder gefährliche Arbeiten machen muss, weil es dafür einen Roboter gibt, wird gerade ein gutes Stück realistischer.

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