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Mensch mit Maschine : Eine deutsche Industrierevolution

  • -Aktualisiert am

Ohne Menschen geht es (noch) nicht: Auch in einer digital gesteuerten Welt werden noch lange Monteure gebraucht. Bild: obs

Im Jahr 2011 erblickte die Industrie 4.0 das Licht der Welt. Heute ist sie ein Exportschlager. Sie hat ihre Gegner widerlegt – und erzeugt kaum Widerstand.

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          Siebzig Prozent der deutschen Fertigungsunternehmen haben mindestens einen Anwendungsfall für Künstliche Intelligenz im Einsatz. Das ist mehr als in jedem anderen Land der Erde. Die vergleichbaren Zahlen für Frankreich, die Vereinigten Staaten und China liegen bei 47, 28 und 11 Prozent. Das ist das kurz vor Weihnachten veröffentlichte Ergebnis einer Befragung der größten Industrieunternehmen durch das Beratungshaus Capgemini. Vor zehn Jahren, also zu Beginn dieses Jahrzehnts, hätte niemand daran geglaubt, dass Künstliche Intelligenz heute zu den üblichen Instrumenten unternehmerischen Handels gehören würde. Vor zehn Jahren war noch nicht einmal die Voraussetzung gegeben, nämlich die digitale Vernetzung der Wirtschaft. Kaum ein anderer Begriff ist in der Wirtschaft so mit diesem zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts verbunden wie jener der „Industrie 4.0“.

          Am 1. April 2011 beschrieben im Ausblick auf die bevorstehende Hannover Messe der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Acatech, Henning Kagermann, der Vorsitzende des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DFKI, Wolfgang Wahlster, und der Leiter der Abteilung „Schlüsseltechnologien – Forschung und Innovation“ im Bundesbildungsministerium, Wolf-Dieter Lukas, den Weg Deutschlands hin zur vierten industriellen Revolution. Nach dieser Zählung war die Einführung mechanischer Produktionsanlagen (Webstühle Ende des 18. Jahrhunderts) die erste, der Beginn der Massenproduktion (Fließbandfertigung bei Ford, Anfang des 20. Jahrhunderts) die zweite und der Einsatz der Elektronik seit Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts die dritte technische Revolution. Auf der Hannover Messe 2011 wurde erstmals ausführlich über die neue Produktionswelt gesprochen, in der nicht mehr die zentrale Steuerung für die Wertschöpfung verantwortlich sein würde, sondern in der das Werkstück selbst die Produktion steuert.

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