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Meinungsumfrage : Was die Deutschen von der Wirtschaft erwarten

Auch Innovation und die Förderung des Wirtschaftsstandortes sind gewünscht Bild: dapd

Wichtig ist den Deutschen, dass Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und dass sie nachhaltig wirtschaften. Mit Gewinnmaximierung hingegen kann nur wenig gepunktet werden. Dies ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

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          Die Deutschen erwarten von Unternehmen vor allem, dass sie Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Hoher Gewinn hingegen imponiert der Bevölkerung wenig. Das zeigt eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. 73 Prozent nennen jene Unternehmen vorbildlich, die Arbeitsplätze schaffen und erhalten. 68 Prozent wünschen sich nachhaltiges Wirtschaften. „Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Leistungsfähigkeit nicht länger nur anhand von Gewinn- und Umsatzzahlen gemessen wird“, sagte Mark Smith, Managing Partner der Beratung. Auch Innovation (62 Prozent), Förderung des Wirtschaftsstandortes (61 Prozent), ethisches Handeln (57 Prozent) und soziales Engagement (52 Prozent) sind der Mehrheit wichtig.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Industrie- und Automobilstandort

          Dagegen erachtet nur eine Minderheit die Förderung von Frauen durch Unternehmen (41 Prozent) oder Managementleistungen (36 Prozent) als wichtig. „Den Menschen ist ebenso wichtig, dass die Unternehmen einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten, dass sie sich für den Umweltschutz einsetzen und vor allem wirksame Maßnahmen gegen Korruption ergreifen.“ Mit Blick auf den wichtigsten Aspekt, die Schaffung von Arbeitsplätzen, wurden am häufigsten die Unternehmen Volkswagen (24 Prozent), Siemens (14 Prozent) und Daimler (10 Prozent) genannt. Die Beratergesellschaft nennt es bemerkenswert, dass Deutschland weiterhin in erster Linie als Industriestandort und speziell als Automobilstandort wahrgenommen werde.

          Die Beiträge hochinnovativer Unternehmen aus den Branchen Informationstechnologie, Pharma oder Chemie fänden hingegen wenig bis gar keine Beachtung. Nur wenige Bürger könnten ein Unternehmen nennen, das sich in der Korruptionsbekämpfung und durch ethische Standards hervortue. 64 Prozent der Befragten falle gar kein Name ein. Noch am häufigsten werden ausgerechnet Siemens, Volkswagen und die Deutsche Telekom genannt, die mit Vorwürfen wegen Korruption oder Datenschutzskandalen konfrontiert waren. „Offenbar ist es diesen Unternehmen dank sauberer Aufarbeitung gelungen, bei den Bürgern zu punkten und sich sogar positiv zu positionieren“, sagt Smith. Angesichts der Bemühungen der Unternehmen zum Umweltschutz und ihres sozialen Engagements spricht er von einem „schwachen Ergebnis“ in der Umfrage.

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