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Mehr Unternehmenspleiten : „Die fetten Jahre sind vorbei“

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„Wir schließen“ steht im Schaufenster eines Einrichtungshauses in Halle an der Saale. Bild: dpa

Die vergangenen Jahre boomte die Konjunktur, nun kommt der Abschwung – unter anderem abzulesen an der Zahl der Unternehmen, die in die Insolvenz rutschen. Experten wählen drastische Worte.

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          Experten erwarten, dass auf der Welt immer mehr Unternehmen in die Insolvenz gehen werden. Die Zahl der Firmenpleiten werde 2019 schon das dritte Jahr in Folge steigen, sagte der Kreditversicherer Euler Hermes, eine Tochtergesellschaft der Allianz, in seiner am Mittwoch veröffentlichten Insolvenzstudie voraus. Er erwartet 6 Prozent mehr Insolvenzen als im vergangenen Jahr.

          „Das zeigt: Die fetten Jahre sind vorbei, die weltweite Konjunktur schwächelt“, sagte der Chefvolkswirt von Euler Hermes, Ludovic Subran. „Viele Länder wachsen langsamer als es notwendig wäre, um die Insolvenzen stabil zu halten.“

          Pleitewelle in China

          In zwei von drei Ländern weltweit werde die Zahl der Insolvenzen steigen, sagten die Experten voraus. Am schlimmsten werde es China treffen. Dort erwarten sie im laufenden Jahr eine Pleitewelle und sagen einen Anstieg der Insolvenzen um 20 Prozent voraus. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Pleiten dort sogar um rund 60 Prozent gestiegen.

          In Westeuropa sollen die Insolvenzen um voraussichtlich drei Prozent zulegen. Haupttreiber bleibt wegen der Brexit-Unsicherheit Großbritannien. Aber auch in Frankreich, Spanien und Italien dürften mehr Geschäfte aufgeben. Dagegen wird für Deutschland, Amerika und die Niederlanden eine in etwa gleich hohe Zahl wie im Vorjahr erwartet.

          Wachstum und Nachfrage reichten in vielen Ländern und bei zahlreichen Unternehmen nicht mehr aus, um Produktions- und Finanzierungskosten oder Investitionen im Zuge eines Strukturwandels zu decken, hieß es. „Weitere Gründe sind das Ende des leichten Geldes, eine historisch hohe Verschuldung von Unternehmen, neue Insolvenzregeln oder, wie in China, die wesentlich größere Bereitschaft, Insolvenzverfahren auch anzuwenden“, sagt Subran. „Zudem gibt es eine ’Extraportion’ Insolvenzen in den Ländern, in denen in den letzten Jahren Neugründungen stark angestiegen sind. Viele dieser jungen Firmen schaffen es nicht.“

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