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Medienunternehmen : Widerstand nach Springer-Angebot für WAZ-Gruppe

WAZ-Zenrale in Essen Bild: dapd

Die Axel Springer AG will die WAZ-Gruppe übernehmen und bietet 1,4 Milliarden Euro für das Unternehmen. WAZ-Anteilseignerin Petra Grotkamp hatte zuvor den übrigen Mitgesellschaftern angeboten, deren Hälfte für 470 Millionen Euro abzukaufen. Nun wehrt sie sich gegen eine Zerschlagung der WAZ-Gruppe durch Springer.

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          Im bevorstehenden Eigentümerwechsel bei der WAZ-Gruppe sah es nach einer spektakulären Wende aus. Die Axel Springer AG hatte sich dazu durchgerungen, den Familieneigentümern der Essener Zeitungsgruppe ein noch lukrativeres Angebot zu unterbreiten. Nach Informationen des „Manager Magazins“ bietet Springer 1,4 Milliarden Euro für das Unternehmen. Zuvor hatte die WAZ-Anteilseignerin Petra Grotkamp den übrigen Mitgesellschaftern angeboten, deren Hälfte für 470 Millionen Euro abzukaufen. Springer bietet gegenüber dem Grotkamp-Angebot folglich einen Zuschlag von 50 Prozent.

          Henning Peitsmeier
          (hpe.), Wirtschaft

          Das Angebot von Springer stößt bei Petra Grotkamp auf Widerstand. Die Tochter des WAZ-Mitbegründers Jakob Funke ließ am Freitagabend über einen Anwalt erklären, sie weise die Offerte „nachdrücklich zurück“. Grotkamp werde sich nicht an Transaktionen beteiligen, „welche eine Zerschlagung der WAZ-Mediengruppe oder die Veräußerung dieser Gruppe zum Inhalt oder zur Folge haben“.

          Springer und die WAZ bestätigten am Freitag Abgabe und Eingang des Angebots. Mit seinem Angebot stößt der Vorstandsvorsitzende des Springer-Verlags Mathias Döpfner mitten in die Prüfung der Grotkamp-Offerte. Derzeit ist der Rechtsanwalt Peter Heinemann als Testamentsvollstrecker für die Brost-Erben damit befasst. Er sagte nach der Springer-Offerte: „Prüfet alles und behaltet das beste.“ Springer richtet sein Übernahmenangebot an alle Gesellschafter der beiden Gründerstämme, neben Brost also die Familien Grotkamp, Holthoff und Schubries. Springer sei bereit, die Verlagsgruppe WAZ mit ihren Beteiligungen im In- und Ausland als Ganzes zu übernehmen, wenngleich es dafür große kartellrechtliche Hürden geben könnte. Man könne sich aber auch einen gemeinsamen Kauf der verschiedenen Geschäftsbereiche mit einzelnen WAZ-Gesellschaftern vorstellen.

          Interessent: Mathias Döpfner
          Interessent: Mathias Döpfner : Bild: AP

          Sollte Deutschlands größtes Zeitungshaus („Bild“, „Welt“, „Hörzu“) tatsächlich zum Zuge kommen, wäre das ein Paukenschlag in der hiesigen Zeitungslandschaft. Denn die WAZ zählt mit ihren 40 Regionalzeitungen („WAZ“, „Braunschweiger Zeitung“), den hundert Programm- und Frauenzeitschriften („Die Aktuelle“, „Das Goldene Blatt“) sowie zahlreichen Anzeigenblättern zu einem der größten Medienkonzerne Deutschlands. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Erich Brost, einem Sozialdemokraten, und dem konservativ ausgerichteten Jakob Funke gegründet. Heute macht die gesamte Gruppe einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro.

          Springer-Chef Döpfner hatte zuletzt alle Beteiligungen an Regionalzeitungen verkauft, bei denen er nicht über die Mehrheit verfügte. Nun zitiert das „Manager Magazin“ aus einem fünfseitigen Schreiben Döpfners („Indikatives Angebot zum Erwerb von WAZ-Geschäftsbereichen“), das sowohl an die Mitglieder der Familie Funke als auch den Brost-Testamentsvollstrecker Heinemann, gerichtet ist.

          Der Springer-Verlag, heißt es darin, könne sich auch einen gemeinsamen Kauf der Geschäftsbereiche mit einzelnen WAZ-Gesellschaftern vorstellen, „um unsere jeweilige verlegerische Expertise ... zu bündeln.“ Selbst das als gering betrachtete Risiko einer Untersagung durch das Kartellamt wolle Springer übernehmen.

          Für den Springer-Chef Döpfner wäre die Übernahme der WAZ-Gruppe eine Abkehr von seiner bisherigen Strategie. In den vergangenen Jahren hatte Döpfner den Umbau des Berliner Verlagshauses zu einem internationalen Multimediakonzern massiv vorangetrieben. Zahlreiche Beteiligungen an Regionalzeitungen und der Finanzen Verlag wurden verkauft, in das Online-Geschäft mit Inhalte-Portalen und Rubriken-Marktplätzen dagegen allein in den vergangenen zwei Jahren mehr als 750 Millionen Euro investiert.

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