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Medien in der Krise : „Spiegel“-Geschäftsführer kündigt Sparkurs an

  • Aktualisiert am

Muss sparen: Der Spiegel Bild: dpa

Auch der „Spiegel“ leidet unter rückläufigen Erträgen. Geschäftsführer Ove Saffe kündigt an, dass gespart werden muss und auch Personal abgebaut werden könnte.

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          Der Geschäftsführer der Hamburger „Spiegel“-Gruppe, Ove Saffe, hat einen Sparkurs angekündigt. „Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet“, sagte Saffe der „Süddeutschen Zeitung“. Auch einen Stellenabbau schließt Saffe nicht aus. Der Personalaufwand müsse reduziert werden.

          Umsatz und Gewinne der Gruppe sind 2012 gesunken. Der Umsatz bleibe mit 307 Millionen Euro um knapp sechs Prozent hinter dem Vorjahr zurück, sagte Saffe dem Medien-Fachdienst „Horizont“. Rund zwei Drittel des Umsatzes entfallen laut „Horizont“ auf den „Spiegel“ (gedrucktes Heft und kostenpflichtige Digitalausgabe), der Rest auf „Spiegel-TV“, „Spiegel Online“ und „Manager Magazin“. Die Umsatzrendite ist nach Schätzungen des Fachblattes, denen Saffe im Interview nicht widerspricht, von 20 auf 15 Prozent gesunken.

          Stellen sollen gestrichen werden

          Die Kosten entwickelten sich nicht parallel zu den Erlösen und das Ergebnis sei rückläufig. „Deshalb müssen wir gegensteuern und unsere Kostenstruktur so gestalten, dass wir weiterhin in der Lage sind, auch bei rückläufigen Umsätzen ein Ergebnis zu erzielen, das unsere Zukunftsfähigkeit, unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit und somit unsere publizistische Unabhängigkeit sicherstellt“, sagte er „Horizont“. Er gehe davon aus, dass die „Spiegel“-Gruppe in einem Jahr weniger Mitarbeiter beschäftigen werde als die 1100 derzeit. Bereits bekannt ist, dass „Spiegel-TV“ 40 Stellen abbauen wird.

          Die Qualität soll unter dem Sparkurs nicht leiden. „Wir können aber an vielen Stellen sparen, ohne dass es an die Substanz unserer Publikationen geht“, sagte Saffe der „Süddeutschen Zeitung“. „Die Mitarbeiter der Spiegel-Gruppe genießen außerordentlich gute Arbeitsbedingungen mit Services, hohen Sozialleistungen und einer überdurchschnittlichen Vergütung“, sagte er. Zum möglichen Stellenabbau sagte er: „Wir müssen unsere gesamte Organisation verändern - entsprechend dem medialen Strukturwandel und den Veränderungen im Markt. Dazu gehört auch, dass wir den Personalaufwand reduzieren müssen.“

          Zudem könnten besonders werthaltige Inhalte bei „Spiegel Online“ kostenpflichtig werden, sagte der Geschäftsführer „Horizont“. Generell solle aber der freie Zugang zu dem Online-Angebot erhalten bleiben. „Damit einher geht die Überlegung, inwieweit der wöchentliche „Spiegel“ gegen Bezahlung stärker im Internet stattfinden kann“, sagte Saffe.

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