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Medien : „Financial Times Deutschland“ gehört jetzt vollständig Gruner + Jahr

  • Aktualisiert am

Das kurz „FTD” genannte Blatt gibt es seit acht Jahren Bild: picture-alliance/ dpa

Nun ist es offiziell: Die Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“ hat nur noch einen Eigentümer. Bislang gehörten dem Verlag Gruner + Jahr nur 50 Prozent der lachsfarbenen Zeitung. Jetzt hat Europas größter Zeitschriftenverlag auch die übrigen Anteile übernommen.

          Die lachsfarbene Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“ hat nur noch einen Eigentümer: Die Gruner + Jahr AG hat die übrigen 50 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2008 vom britischen Medienkonzern Pearson Plc. übernommen. Das teilte Europas größter Zeitschriftenverlag („Stern“, „Geo“) am Mittwoch in Hamburg mit (siehe auch Gruner + Jahr will die „FTD“ vollständig übernehmen). Das kurz „FTD“ genannte Blatt mit Redaktionssitz in Hamburg war am 21. Februar 2000 erstmals an die Kioske gekommen. Es hat sich publizistisches Rennomée erworben und erreicht mittlerweile eine verkaufte Auflage von 104.518 Exemplaren (4. Quartal IVW).

          Allerdings schreibt die montags bis freitags erscheinende Zeitung noch rote Zahlen. „Heute ist ein guter Tag für G+J Deutschland und die Wirtschaftsmedien. Durch die Übernahme ergibt sich für uns die riesengroße Chance, Wachstumsimpulse für die gesamte Wirtschaftspresse des Verlags zu schöpfen“, sagte das zuständige G+J- Vorstandsmitglied Bernd Buchholz der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er rechnet damit, dass die „FTD“ sehr schnell die Gewinnschwelle erreicht. „Zum wirtschaftlichen Erfolg ist kein großer Sprung mehr erforderlich.“ Zum Segment gehören auch die Monatsmagazine „Capital“ und „Impulse“ (beide Köln) sowie das wöchentliche Anlegermagazin „Börse Online“ (München) und der Newsletter „Capital Investor“.

          Keine Angaben zum Kaufpreis

          Die Redaktionen bleiben mit ihren Arbeitsplätzen an ihren jeweiligen Standorten und publizistisch unabhängig. Synergien sollen im Verlagsbereich genutzt werden. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht, in der Branche wurde wiederholt eine Größenordnung von rund 15 Millionen Euro einschließlich Lizenzgebühren genannt. In einem zusätzlichen, „lang laufenden Lizenzvertrag“ haben die früheren Joint-Venture-Partner die weitere Nutzung der Marke sowie die redaktionelle Kooperation mit dem früheren Mutterblatt „Financial Times“ geregelt. Dem Kauf muss das Kartellamt noch zustimmen. „Gruner + Jahr Deutschland hatte ein vehementes Interesse daran, dass Blatt zu übernehmen“, sagte Buchholz.

          Seit Monaten war in der Medienbranche über einen neuen Miteigentümer spekuliert worden, der Hamburger Spiegel-Verlag hatte sich gegen ein Engagement entschieden. „Wir sind nun in der Lage, die Wirtschaftsmedien bei Gruner + Jahr verlagsseitig aus einer Hand zu führen“, ergänzte Buchholz. Der Anzeigen- und Marketingbereich wird zentral in Hamburg angesiedelt; Mitarbeiter aus Köln können an den G+J-Hauptsitz wechseln. Langfristig sollen aber bis zu 30 Stellen im Verlagsbereich der Wirtschaftsmedien wegfallen. Der „FTD“-Geschäftsführer Christoph Rüth wird zusätzlich stellvertretender Geschäftsführer der G+J Wirtschaftsmedien. Als Verlagsgeschäftsführerin für den gesamten Bereich fungiert Ingrid M. Haas: „Die multimediale Ausrichtung der G+J Wirtschaftsmedien gewinnt mit der „FTD“ neue Dynamik“, sagte sie. In der Vermarktung würden dadurch Möglichkeiten eröffnet, die zuvor nicht angeboten werden konnten. „Wir werden zum Marktführer bei den Wirtschaftsmedien in Deutschland“, sagte Haas. Auch bei der Auflage der „publizistisch hochwertigen Marke „FTD““ sieht Haas weiteres Wachstumspotential.

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